Müllhalde – entsorgen – kompostieren – verbrennen

Nachdem die Abfälle vom Müllwagen abgeholt wurden, landen sie fast immer auf einer Deponie – in den Industrieländern siebzig bis neunzig Prozent. Moderne hygienische Müllkippen sind ein effektiver und ökonomischer Weg, um gemischten Abfall zu entsorgen. Im Wesentlichen wird dabei der Abfall in ein Loch gekippt, doch dieses Loch muss sorgfältig gebaut werden. Es wird mit superdichten Plastikbahnen ausgekleidet, damit die giftige Flüssigkeit, die sich am Boden sammelt, nicht durchsickern und das Grundwasser verseuchen kann. Am Boden werden Drainagerohre gelegt, um die Flüssigkeit zu entfernen.

Bulldozer pressen den Müll zusammen und bedecken ihn mit einer Schicht Erde, um die Geruchsbildung möglichst gering zu halten. Beim Verrotten erzeugt Müll brennbares, manchmal explosives Methangas, das durch Abzugsöffnungen entweichen muss. In einigen Ländern wird das Methan von den Müllkippen zum Heizen durch Rohre abgeleitet. Eine volle Müllkippe wird oft überbaut oder als Parkplatz genutzt. Niemand möchte neben einer Mülldeponie wohnen, so hygienisch sie auch sein mag. Aber Deponien können nicht zu weit außerhalb der Stadt angelegt werden, denn die Transportkosten sind ein wichtiger Faktor der Abfallwirtschaft.

Müll kann auch verbrannt werden. Rund zehn bis fünfzehn Prozent beträgt dieser Anteil in den Industrieländern. Müllverbrennungsanlagen reduzieren 85 Prozent des Abfalls zu feiner Asche, und mit der Hitze wird Wasser in Dampf umgewandelt, der Turbinen zur Stromerzeugung antreibt. Auf diese Weise erhalten einige Kleinstädte ihre Beleuchtung. Doch die aus den Schornsteinen ausgestoßenen Gase lassen sich nie vollständig reinigen. Durch Schadstoffe, wie Kohlendioxid, Schwefel- und Stickstoffoxide, und verdampfte Schwermetalle wird die Verbrennung zu einer wenig umweltfreundlichen Methode der Müllentsorgung.

Am besten ist es, die Abfallmengen zu reduzieren, indem man alles trennt, was recycelbar ist. Mit Hilfe von Elektromagneten werden beispielsweise Eisen- und Stahlteile aus dem Abfall aussortiert. Der restliche Müll wird mit Wasser vermischt und zu Brei zermahlen. In einer Zentrifuge werden dann Metalle und Glas herausgeholt. Die Rückstände kommen zur Verbrennung oder werden auf die Müllkippe geschüttet.

Recycling ist wesentlich effektiver, wenn der Müll bereits im Haushalt getrennt wird, und zwar idealerweise in gesonderten Behältnissen. Organischer Müll lässt sich auch gut kompostieren. Möglicherweise gibt es in vielen Haushalten aber nicht den Platz oder die Bereitschaft, Müll auf diese Weise zu trennen. Jede durchschnittliche Familie entsorgt noch immer pro Jahr fünfmal so viel Abfall, wie recycelt wird.

Perspektiven

Überall auf der Welt laufen die Mülldeponien über und müssen schließen. Gegen die Eröffnung neuer Deponien erheben sich lautstarke Proteste, und dort, wo als Alternative Müllverbrennungsanlagen angeboten werden, weist man auf die Gefährdung durch die Luftverschmutzung hin. Niemand wünscht Lärm, Geruch oder den Anblick einer Müllkippe in seiner Nachbarschaft. Wo kann man den Müll loswerden?

Vielleicht lassen sich die herkömmlichen Methoden der Abfallbeseitigung – abladen, zerkleinern, verbrennen und zusammenpressen – noch verbessern. Doch alle bisherigen Verfahren beeinträchtigen auf die eine oder andere Art unvermeidlich die Umwelt. Die Alternative ist, die produzierte Abfallmenge drastisch zu reduzieren – am besten auf null.

Das Null-Abfall-Konzept basiert auf dem Prinzip des Recyclings, geregelt durch gesetzliche Bestimmungen für Unternehmen und Verbraucher. Um dies zu erreichen, müssten die Hersteller gesetzlich verpflichtet werden, nur noch hundert Prozent recycelbare Produkte zu erzeugen, die sich leicht in ihre Bestandteile zerlegen lassen. Die Hersteller müssten effektiv die Entsorgungskosten übernehmen – Kosten, die gegenwärtig von der Umwelt getragen werden. Doch Verbrauchern ist es nicht immer möglich, die Produkte zu recyceln.

Bestimmte Produkte, müssten anfangs vielleicht ausgenommen werden, wie pharmazeutische und chemische Waren, für die es zurzeit noch kein sicheres Recycling gibt. Doch könnten derartige Produkte so lange gelagert werden, bis geeignete Techniken entwickelt worden sind, dass selbst potenziell gefährliche Materialien recycelt werden können.