Die Herstellung von Nahrungsmitteln hat sich seit der Mitte des 20. Jahrhunderts stark verändert. Industrielle Prozesse hielten Einzug und führten im 21. Jahrhundert zur Bioprozesstechnik. Unsere Ernährung ist heute sicherer und gesünder als vor 100 Jahren – auch wenn manche Romantiker die “gute alte Zeit” beschwören, in der alles naturrein vom Bauernhof kam.

Einfluss der Ernährung auf die Gesundheit

Seit Nahrungsmittel industriell produziert werden – diese Entwicklung setzte schon im frühen 20. Jahrhundert ein -, hat sich das Durchschnittslebensalter mehr als verdoppelt. Natürlich trägt auch die bessere medizinische Versorgung dazu bei, aber der Beitrag der Ernährung ist nicht zu unterschätzen. Vorindustriell produzierte, also vermeintlich “rein biologisch” erzeugte Nahrung war nämlich gar nicht so gesund, wie wir manchmal glauben. Getreide und Nüsse konnten unsichtbaren Schimmel enthalten, Käse, Quark und Rohmilch wurden schnell schlecht. Sie waren wegen der verbreiteten Hygienemängel oft an der Verbreitung von Krankheiten beteiligt. Gemüse und Obst gab es nur im Sommer, die Trinkwasserqualität war unfassbar schlecht: Teilweise war das Bier mikrobiologisch sauberer als das Wasser. Spätestens in der Mitte des 20. Jahrhunderts setzte ein Umdenken ein. Seither werden die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln immer strenger überwacht. Die Nahrungsmittel kommen aus industrieller Produktion, die durch effiziente technische Verfahren bestimmt wird. Die althergebrachten handwerklichen Methoden gibt es kaum noch, auch wenn sie die Vorstellung vieler Verbraucher prägen. Dadurch leben wir wesentlich gesünder. Andererseits beeinflussen industrielle Methoden in der Landwirtschaft – etwa die Überdüngung und der Einsatz von Pestiziden – negativ die Umwelt und bergen damit neue Gefahren für unsere Gesundheit. Das schafft ein bedeutsames Spannungsfeld.

Worauf zielt die moderne Nahrungsmittelproduktion?

Die heutige Prozesstechnik in der Nahrungsgüterproduktion stellt eine beachtliche Werkzeugpalette bereit. Das hat verschiedene Effekte:

  • Nahrungsmittel sind reiner und damit gesünder.
  • Sie sind länger haltbar.
  • Die Kosten der Produktion sind dramatisch gesunken. Der Anteil des Haushaltseinkommens an der Ernährung liegt in Deutschland im Durchschnittshaushalt deutlich unter 20 %, in anderen Industriestaaten ist es teilweise etwas mehr. In früheren Jahrzehnten gaben die Menschen oft zwischen 30 und 50 Prozent allein für die Ernährung aus.
  • Moderne Verfahren minimieren die Nährstoffverluste und helfen dabei, im Produktionsprozess Energie und Wasser einzusparen.
    Unsere Ernährung kann zur körperlichen Fitness beitragen und als Gesundheitsfood direkte medizinische Effekte – beispielsweise den Aufbau einer gesunden Darmflora – bewirken.
  • Lebensmittel sind heutzutage auch Genussmittel.
  • Die Lebensmittelvielfalt ist sehr deutlich gestiegen.
  • Die Prozesskette der Lebensmittelproduktion

Die Kette aller Verarbeitungsprozesse beginnt bei der Aussaat, der Düngung, Bewässerung und Ernte, sie setzt sich bei der industriellen Veredelung im Verarbeitungsbetrieb fort und endet erst bei der heimischen Zubereitung. Dabei ähneln sich manche Verfahren der Herstellung wie das Erhitzen oder Frostkühlen mit denen in unserer Küche. Die industrielle Lebensmittelproduktion setzt Erkenntnisse der Wissenschaft und Medizin in ihren technologischen Verfahren ein. Das wird in den Innovationsrankings verschiedener Industriezweige oft nicht beachtet: Die Lebensmittelbranche erreicht hier selten vordere Plätze. Dabei nutzt sie längst Verfahren RFID gestützte eLogistic, Precision Farming, Labortechnik und intelligente Produktionsanlagen, in denen eine automatisierte Fehlerkontrolle den Ausschuss in Richtung 0% drücken. Wir haben daher allen Grund, unserer Ernährung mehr Vertrauen entgegenzubringen.