Neuen Schätzungen zufolge gibt es etwa drei Trillionen Bäume auf der Erde. Wälder sind die Lungen der Erde. Sie entziehen der Atmosphäre Kohlenstoff und speichern ihn in der Erde. Somit regulieren natürliche Ökosysteme unseren Planeten. Verlieren wir diese Ökosysteme, so wird wieder mehr Kohlenstoff freigesetzt und das Gleichgewicht der Erde gerät ins Wanken.

Eine Studie der ETH Zürich präsentiert den Wald nun als Schlüssel zum Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Die Studie

Das Crowther Lab der ETH Zürich untersucht naturbasierende Möglichkeiten dem Klimawandel entgegenzuwirken. Eine neue Studie zeigt, dass die Wiederaufforstung von Bäumen der effektivste Weg wäre das Klima zu retten.

Zahlreiche frühere Versuche in Ökosysteme einzugreifen um davon zu profitieren, zeigen jedoch wie fragil dieses Gleichgewicht ist. Beispielsweise führte das Töten von Spatzen in China, um die Ernteerträge zu erhöhen, zu einer drastischen Insektenzunahme, die in einer großen Hungersnot resultierte und Millionen von Menschen das Leben kostete.
Daher zog das Crowther Lab Proben von überall aus der Welt zu Rate, führte neue Forschungen durch und beschäftigte sich mit den Zusammenhängen zwischen Klima, Fauna und Flora.

Ort der Pflanzungen

Nach Studienleiter Jean-François Bastin ist der Ort der Wiederaufforstung von großer Bedeutung. Von Vornherein schlossen sie Städte und landwirtschaftlich genutzte Flächen aus, da diese der Erhaltung der Menschen dienen.

Nach den herrschenden klimatischen Bedingungen hätte die Erde noch Raum für weitere 1,6 Milliarden Hektar Wald, von denen 0,9 Milliarden Hektar nicht von Menschen genutzt werden. Dies entspricht in etwa der Fläche der Vereinigten Staaten von Amerika.

Laut der Studie sind nur sechs Länder optimal für die Pflanzung neuer Bäume: Russland, die USA, Kanada, Australien, Brasilien und China.

Dieses Ergebnis basiert auf Diversität und Menge der Bodenorganismen, Fruchtbarkeit der Böden, Gesundheitszustand der Erden, Nutzen von verschiedenen Baumarten, Eignung der Böden für diese Baumarten und folgenden ökologischen Konsequenzen. Auch die Erkenntnis, dass die Konsistenz mancher Böden zum Wachsen von dunklen Blättern führt, die Wärme absorbieren und dadurch zur Erwärmung der Erde beitragen wurde in der Studie berücksichtigt.

Außerdem soll größte Diversität gewährleistet sein, da diese essentiell für ein gesundes Ökosystem ist. Auf der Website des Crowther Labs veröffentlichte das Team außerdem eine Weltkarte, von der man das jeweilige Potenzial einer Pflanzung, sowie auch die meistgeeigneten Baumarten und vieles Weitere, wie zum Beispiel die somit entstehende Kapazität für Kohlenstoff ablesen kann.

Der Effekt

Wären die Bäume erst einmal herangewachsen, wären sie in der Lage 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern. Dies entspricht etwas mehr als zwei Drittel des Kohlenstoffs, der seit der Industriellen Revolution menschenverschuldet in die Atmosphäre entlassen wurde.

Bislang war unklar, wie groß der Effekt [einer Aufforstung] wäre“, äußerte sich Professor Tom Crowther dazu.

Allerdings bleibt uns laut Crowther nicht mehr viel Zeit diesen Plan in die Tat umzusetzen, da das Heranwachsen der Bäume Jahrzehnte dauert und diese erst dann ihr ganzes Potenzial ausschöpfen.