Referate gehören in vielen Seminaren an Unis und Fachhochschulen zum Alltag. Häufig handelt es sich dabei um unbenotete Prüfungsvorleistungen, die mit entsprechend wenig Begeisterung vorbereitet und vorgetragen werden. Dabei bieten Referate dir die Chance, wichtige wissenschaftliche Fertigkeiten zu trainieren, die sowohl in einer akademischen als auch in einer wirtschaftlichen Karriere von Vorteil sein können.

Das bringt dir eine gute Vorbereitung

Ein Referat bietet dir die Möglichkeit, dich intensiv mit einer Studie, einer Theorie oder einem anderen Grundlagenmaterial zu beschäftigen. Möglicherweise erinnerst du dich noch Jahre später an das Thema – auch wenn du dich in der Zwischenzeit überhaupt nicht mehr damit beschäftigt hast!

Der Grund dafür ist simpel: Wenn du ein Referat erstellst, beschäftigst du dich nicht nur länger mit einem Thema, sondern du bearbeitest es auch besonders intensiv. Einen Text zu markieren, zusammenzufassen und in eigenen Worten wiederzugeben, erhöht die sogenannte Verarbeitungstiefe.

Indem du eine Studie in eine Präsentation kleidest und auf Stichpunkte und relevante Grafiken reduzierst, kannst du komplexe Theorien und Erkenntnisse sehr effizient lernen. Je mehr Referate du im Studium vorbereitest, desto mehr Übung gewinnst du darin, wissenschaftliche Inhalte zu kondensieren. Das ist eine hervorragende Vorbereitung auf deine Abschlussarbeit, für die du sehr viel Literatur sichten musst.

Seriös, aber unterhaltsam präsentieren

Unabhängig davon, ob du eine Karriere als Wissenschaftlerin oder als Fachkraft in der Wirtschaft verfolgst: Fast überall musst du heute in der Lage sein, dich und deine Arbeit zu präsentieren: Wissenschaftler tauschen sich auf Kongressen aus, Ingenieurinnen überzeugen Investoren in Meetings, Ärzte erklären ihren Patienten Krankheiten und Medikamente …

Deine Kommilitonen werden es dir danken, wenn du dein Referat ansprechend gestaltest. Immer wieder wird gefordert, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mehr Nähe zur durchschnittlichen Bevölkerung zeigen. Sachlich und verständlich schwierige Themen zu präsentieren, ist in diesem Zusammenhang das A und O.

Ganz nebenbei trainierst du bei Referaten wichtige Soft Skills und erhältst ein Gespür dafür, welche Präsentationstechniken für dich funktionieren – und welche dir eher nicht liegen. Referate in einem Seminar bewegen sich dabei auf einem höheren Niveau als in der Schule. Im Idealfall beherrschst du bereits einige grundlegende Präsentationsfertigkeiten, aber du wirst von Präsentation zu Präsentation selbstsicherer und geschickter im Umgang mit PowerPoint & Co., aber auch beim Moderieren von Diskussionen.

Referate bieten Impulse zum Nachdenken

Das Ziel eines Studiums besteht nicht (nur) darin, Fachwissen zu lernen. Insbesondere Seminare haben auch den Auftrag, kritisches Denken anzuregen und Lehrinhalte zu vertiefen. Referate bieten wichtige Impulse an, auf deren Grundlage du gemeinsam mit deinem Kommilitonen und Dozentinnen diskutieren kannst.

Viele Dozenten begrüßen es heutzutage, wenn du berechtigte Kritik an einer Studie äußerst, auf Stärken und Schwächen einer Theorie eingehst oder weiterführende Forschungsfragen in den Raum stellst. Wissenschaft lebt von einem lebendigen Dialog! Referate stellen deshalb nicht nur eine lästige Pflicht dar, die du abhaken musst, sondern bieten dir die Chance, dynamisch zu lernen und mit anderen in einen fachlich versierten Dialog zu treten.