Der Government Shutdown, also die teilweise Zwangspause amerikanischer Behörden, hat mitunter deutliche Einschnitte beim öffentlichen Leben in den USA zur Folge. Während der normale Angestellte nur wenig davon merkt, sind es vor allem die Mitarbeiter, die von staatlichen Geldern abhängig sind, die in dieser Zeit Probleme haben. Zum einen sind die Lohnzahlungen eingestellt und zum anderen gibt es keine Zahlungen von nötigen Geldern für öffentliche Bereiche. Das sorgt auch dafür, dass die Wissenschaft in Amerika in dieser Zeit stillsteht. 

Zahlreiche Behörden nur mit Notbesetzung aktiv 

Ein Shutdown bedeutet in der Regel, dass keine Zahlungen mehr vom Staat geleistet werden dürfen. Die Budgets werden entweder jährlich oder in festen zeitlichen Abfolgen vom Kongress, dem Senat und dem Präsidenten genehmigt. Ist keine Genehmigung für einen Zeitraum mehr vorhanden, darf der Staat auch keine „unnötigen“ Ausgaben mehr tätigen. Das bemerken die verschiedensten Behörden und Angestellten, die in dieser Zeit mitunter zu unbezahlten Zwangsurlaub verpflichtet sind. Zwar ist es in der Regel so, dass die Mitarbeiter nach dem Ende des Shutdowns ihre Gehälter rückwirkend erhalte, besonders für die forschenden Einrichtungen ist eine solche Phase der Unsicherheit aber ein enormer Rückschlag für die eigene Arbeit. 

Ein gutes Beispiel findet sich bei der Raumfahrt-Organisation NASA. Solange der Shutdown andauert, ist die Organisation offiziell geschlossen. Ein Großteil der Mitarbeiter ist zu diesem Zeitpunkt gezwungen, die Zeit außerhalb der Einrichtungen zu verbringen. Damit die Sicherheit der momentan im All befindlichen Astronauten gewährleistet ist, gibt es aber verschiedene Notfall-Teams, die meist in Rotation agieren. Für alle anderen Aufgaben steht in dieser Zeit kein wirkliches Budget zur Verfügung. Das bedeutet auch, dass eine der wichtigsten Forschungsbehörden der USA in dieser Zeit keine weiteren Fortschritte machen kann. Laufende Projekte ruhen und mitunter dauert es Monate, bis wieder mit der eigentlichen Arbeit begonnen werden kann. 

US-Forschung in einem unsicheren Zustand je länger der Shutdown dauert 

Ähnlich sieht es dort aus, wo der Staat mit Forschungsgeldern aushilft. An den großen Universitäten wie Havard oder Stanford werden die meisten Labore nämlich weiterhin mit der Hilfe von staatlichen Forschungsgeldern betrieben. Die Angestellten sind in dieser Zeit im Urlaub – mitunter lebenswichtige Forschungen im Bereich der Medizin oder Umwelt müssen verschoben werden, bis die zuständigen Amtsträger in Washington sich auf ein neues Budget geeinigt haben. Seitdem Präsident Trump die Kontrolle über das Weiße Haus übernommen hat, ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass ein Shutdown angedroht wurde. Tatsächlich kam es aber bisher zu keiner Stilllegung durch den Kongress in Washington. 

Besonders schlimm trifft es dabei auch die Behörden, die sich mit dem Klimawandel beschäftigen. Hier sind mitunter nur noch 10 Prozent der Mitarbeiter aktiv – niemand in der Forschung, sondern vor allem in der Exekutive, wo im schlimmsten Fall die Entscheidungen getroffen werden müssen. Der Shutdown hat also eine kurz- und mittelfristige Auswirkung auf die so wichtigen Forschungsinstitutionen in den USA. Ein Ende ist mit dem Streit über eine mögliche Mauer an der Grenze zu Mexiko und den verhärteten Fronten zwischen den verhandelnden Personen derzeit nicht absehbar.