Vollzeit studieren heißt Vollzeit arbeiten. Doch was ist mit einem Teilzeitstudium? Anders als in der Arbeitsweilt hat sich das Studieren in Teilzeit noch nicht so etabliert, die Nachfrage nach Teilzeitstudienplätzen wächst allerdings immer mehr. In reduziertem Maße studieren und nebenbei noch anderen Tätigkeiten nachgehen klingt für viele attraktiv. In manchen Studiengängen und an manchen Universitäten ist ein Teilzeitstudium schon problemlos möglich, doch das Angebot ist derzeit noch recht überschaubar. Welche Vor- und Nachteile ein Teilzeitstudium im Vergleich zu einem Vollzeitstudium mit sich bringen, erläutern wir Dir gerne hier.

Teilzeitstudium/ Vollzeitstudium – Der Unterschied

Wer Vollzeit studiert, hat sozusagen einen Fulltimejob. Als Studierender bist Du Vollzeit mit Deinem Studium beschäftigt und voll ausgelastet. Es gibt je Fachbereich eine vorgegebene Regelstudienzeit sowie eine bestimmte Anzahl an Kursen, Seminaren, Veranstaltungen, Klausuren und Prüfungen, welche Du pro Semester besuchen und absolvieren musst. Erfahrungsgemäß ist ein Student in Vollzeit mit seinem Studium derart zeitlich ausgelastet, dass für Nebenjobs oder andere Aktivitäten kaum oder gar keine Zeit verbleibt.

Bei einem Teilzeitstudium verhält sich das anders. Bei der Semesterplanung für Teilzeitstudenten berücksichtigt die jeweilige Hochschule in der Regel die außerstudentischen Verpflichtungen. Dazu zählen unter anderem berufliche Tätigkeiten, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen. In Folge dessen ist das abzuliefernde Pensum je Semester deutlich geringer und die Regelstudienzeit verlängert sich.

Die Vor- und Nachteile eines Teilzeitstudiums

Warum man sich für ein Teilzeitstudium entscheidet, hat unterschiedliche Gründe. Wichtig ist es im Vorhinein, die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen:

Vorteile von einem Teilzeitstudium

  • Der wohl wichtigste Vorteil eines Teilzeitstudiums ist die Flexibilität. Solltest Du während des Studiums Geld dazu verdienen wollen oder hast bereits einen Beruf, kümmerst Dich um Angehörige oder Deine Kinder, so bietet das Teilzeitstudium die Möglichkeit, Bildung und andere Verpflichtungen miteinander zu vereinen.
  • Im Studienalter gehen viele Studierende intensiv einer Sportart nach oder engagieren sich ehrenamtlich an entsprechender Stelle. Wer diese Tätigkeiten nicht für sein Studium aufgeben möchte, für den eignet sich ein Teilzeitstudium ausgezeichnet. Sowohl sportliche Förderung als auch das ehrenamtliche Engagement sind auf diese Weise neben dem Studium möglich.
  • Solltest Du Dich für ein Teilzeitstudium entscheiden, so wird Deine Regelstudienzeit üblicherweise verdoppelt. Durch die deutlich verlängerte Regelstudienzeit bleibt für Dich wesentlich mehr Zeit, Deine Vorlesungen und Kurse zu besuchen und die entsprechenden Prüfungen abzulegen.
  • Ein Teilzeitstudium lässt sich Deiner persönlichen Lebenssituation anpassen. Verfügst Du beispielsweise über eine Behinderung oder eine chronische Krankheit und bist deshalb des Öfteren gesundheitlich eingeschränkt, so kann Du dennoch studieren – und das entspannter und stressfreier.
  • Ein weiterer wichtiger Aspekt, der für ein Teilzeitstudium spricht, ist die Finanzierung. Da Studieren bezahlt werden will, ist eine berufliche Nebentätigkeit in vielen Fällen erforderlich, aber häufig auch sinnvoll. So verdienst Du neben dem Studium bereits Geld und sammelst schon die ein oder andere Berufserfahrung.

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Wo Licht ist, ist auch Schatten. Deshalb folgen hier die Nachteile eines Teilzeitstudiums:

  • Ein Teilzeitstudium muss bei der entsprechenden Hochschule beantragt werden. Dabei musst Du nahezu bei jeder Uni eine schriftliche Begründung vorlegen, warum Du in Teilzeit studieren möchtest – und das jedes Semester aufs Neue! An privaten Hochschulen ist ein erneuter Antrag häufig nicht erforderlich, dafür sind die Studiengebühren dort erfahrungsgemäß deutlich höher.
  • Universitäten nehmen bei der Festlegung des Vorlesungsplans keine Rücksicht auf Berufstätige. Solltest Du also neben dem Studium arbeiten, wären flexible Arbeitszeiten vorteilhaft, damit Du auch vormittags notwendige Vorlesungen oder Seminare besuchen kannst.
  • Wer offiziell als Teilzeitstudent gilt, hat keinen Anspruch auf BAföG. Auch andere finanzielle Vorteile, wie beispielsweise kostenlose Kontoführungsgebühren für Studenten, entfallen. Möglicherweise musst Du auch höhere Krankenkassenbeiträge zahlen und auch der Semesterbeitrag wird voll erhoben. Deshalb kommen mit einem Teilzeitstudium in der Regel höhere Kosten auf Dich zu.
  • Bei der Auswahl der Fachbereiche ist das Angebot an Teilzeitstudiengängen leider noch begrenzt. Nicht jeder Studiengang lässt sich in Teilzeit studieren und auch nicht jede Universität verfügt automatisch über ein Teilzeitstudienangebot.

Bevor Du Dich also für ein Teilzeitstudium entscheidest, informiere Dich genau über Deinen Wunschfachbereich sowie über Deine favorisierte Uni. Wenn dort die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums besteht, wäge die Vor- und Nachteile gegeneinander ab und werde Dir darüber im Klaren, ob Du zu dem Personenkreis gehörst, für den diese Art des Studierens interessant sein könnte oder nicht. Auch im Internet hast Du die Möglichkeit, Dich eingehend über ein Teilzeitstudium zu informieren. Fachseiten wie akademix.eu helfen mit zahlreichen Tipps und wissenswerten Informationen weiter.