Ständiger Leistungsdruck im Studium ist nicht zu unterschätzen. Nicht nur an der Uni müssen Höchstleistungen wie auf Knopfdruck abgerufen werden, sondern auch Nebenschauplätze wie Wohnungssuche, Sozialleben und Nebenjob kosten häufig viel Kraft. Burn-out tritt immer häufiger bereits während des Studiums auf und so solltest du erste Warnzeichen ernst nehmen und frühzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen.

Das tiefe Tal zwischen Müdigkeit und Erschöpfung

Jeder Student kennt Phasen, in denen die Motivation mit der umfangreichen Hausarbeit zu beginnen gegen null tendiert. Dann muss selbst das Putzen des Zimmers als Ausrede herhalten, warum es nicht möglich ist, den ersten Satz auf das Papier zu bringen. Doch wenn du feststellst, dass es kaum möglich ist dich auf deine Studienbücher zu konzentrieren und du zwar versuchst, den Stoff fokussiert aufzunehmen, dies aber aufgrund von Erschöpfung und Müdigkeit nicht möglich ist, sollte dir dies ein Warnzeichen sein. Besonders wenn du dir Pausen gönnst, aber es dir nicht möglich ist, zur Ruhe zu kommen und Energie aus der Ruhephase zu schöpfen, solltest du dir Gedanken machen.

Von Konzentrationsschwäche bei den Vorlesungen über Lustlosigkeit und dem Gefühl einer inneren Leere reicht das Spektrum der Warnsignale. Zwar muss nicht immer gleich ein ausgewachsenes Burn-out hinter den Symptomen stecken, doch wenn dein Akku dauerhaft leer erscheint und du selbst Probleme hast, dich zu Freizeitaktivitäten aufzuraffen, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass die täglichen Belastungen und der oft selbstauferlegte Druck zu hoch sind.

Neue Wege gehen und Leistungsstärke wiedererlangen

Sobald du bemerkst, dass deine Energiequellen erschöpft sind und das Studium zur psychischen Belastung zu mutieren scheint, solltest du den Fuß vom Gaspedal nehmen und deine Situation hinterfragen. Verschaffe dir im ersten Schritt einen Überblick über deinen Tagesverlauf und sortiere alles aus, was nicht nötig ist. Hinterfrage auch die einzelnen Positionen auf deinem Tagesplan und was diese für dich bedeuten. Welche Punkte empfindest du als besonders belastend? Gibt es Zeitfenster für Dinge, die dich entspannen? Versuche, deinen Tagesplan zu überarbeiten. Nutze eventuell Techniken wie „Miracle Morning“, führe Gespräche mit einer Vertrauensperson, beginne ein Bullet Journal oder ein Tagebuch zu führen. Wichtig ist es in erster Linie dir Raum zu schaffen, damit du dich mit dir selbst auseinandersetzen kannst.

Spürst du, dass all diese Maßnahmen keine Veränderungen bringen, solltest du nicht zögern, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Hilfreich kann schon ein Termin bei der studentischen Beratungsstelle deiner Universität sein. Hier kannst du dich über Möglichkeiten informieren, ein Urlaubssemester oder sogar eine längere Auszeit in Anspruch zu nehmen. Doch auch wenn du feststellst, dass du das falsche Studium gewählt hast, ist es sinnvoll, dich beraten zu lassen. Stellst du letztlich fest, dass allen Bemühungen zum Trotz keine Änderung für dich einzutreten scheint, dann scheue dich nicht davor auch therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Handelt es sich um ein Burn-out, ist es sinnvoll, so früh wie möglich zu reagieren, denn umso schneller bekommst du Hilfen an die Hand wie du mit Leistungsdruck und Stress besser umgehen kannst. 

Fazit

Ziel muss es letztlich für jeden sein gesund durchs Studium zu kommen. So geht in der Studienzeit nicht nur darum in akademischer Sicht über sich selbst hinauszuwachsen, sondern auch selbst zu reifen und sich weiter zu entwickeln. Entsprechend ist es auch der Lebensabschnitt, indem viel von dir abverlangt wird und du aber auch die Gelegenheit nutzen solltest fürs Leben zu lernen. Eines der persönlichen Ziele sollte deshalb auch immer sein zu lernen auf sich selbst zu achten und Leistungsziele nicht über die eigene Gesundheit zu stellen.