Die Kosten für das Studium sind für viele angehende Studenten längst zu einem Entscheidungsfaktor geworden. Wer sich für seinen Studiengang zwischen verschiedenen Städten entscheiden kann oder muss, will natürlich wissen, an welchen Orten das Leben während des Studiums erschwinglich ist. Laut einer aktuellen Studie des Moses-Mendelssohn-Institut aus Berlin haben es dabei vor allem die Großstädte sehr schwer. Das könnte ein Grund dafür sein, dass die eher abgelegenen Universitäten immer beliebter bei den deutschen und internationalen Studenten werden.

Studium in Frankfurt ist besonders teuer – Thüringen besonders günstig

Die Unterschiede bei den Preisen für das Studium lassen sich recht einfach mit den Mieten vergleichen. Während in Ilmenau in Thüringen die Kosten für das Studium mit rund 600 Euro veranschlagt werden können, gibt es in Frankfurt mit rund 900 Euro und München mit knapp 1000 Euro deutliche Steigerungen bei den Preisen. Schuld daran sind natürlich vor allem die hohen Mieten, aber eben auch die Kosten für den Lebensunterhalt. Dabei hat die Studie 96 Standorte in Deutschland in Hinblick auf verschiedene Faktoren geprüft. Dabei fällt vor allem auf, dass die Abwanderung von Studenten in die ostdeutschen Bundesländer und an Universitäten ohne Großstädte meistens auch finanzielle Gründe hat. Viele Studenten können sich das Studium in eine deutschen Großstadt einfach nicht mehr leisten.

Die Studie vom Moses-Mendelssohn-Institut hat dabei auch gezeigt, dass das Studium in Zentraldeutschland, vor allem in Hessen, am teuersten ist. Mit Wiesbaden, Frankfurt, Darmstadt und Gießen sind gleich vier der Städte hier vertreten, die im Bundesschnitt mitunter die höchsten Preise haben. Nicht dabei einberechnet sind eventuelle private Hochschulen, die zusätzliche Semestergebühren oder andere Studiengebühren von den Studenten verlangen. Problematisch ist an der Situation besonders, dass das BaFög in vielen Fällen nicht mehr ausreichend ist, um auch nur minimale Anteile der Kosten bei den Studenten zu übernehmen.

Anpassung beim BaFög und neue Förderstrukturen geplant

Laut der Studie nehmen die Wohnungskosten den wohl größten Anteil ein. Über 40 Prozent der Ausgaben von Studenten werden von diesem Bereich bestimmt. Nahverkehr, Studium selbst, Lebenserhaltungskosten und Verpflegung sind ebenfalls Faktoren gewesen, die bei dem Ranking genutzt worden sind. Die daraus entstandenen Resultate sollten in jedem Fall auch die Politik beschäftigen. In Hessen wurde im Wahlkampf zum Beispiel intensiv besprochen, ob das Bafög endlich erhöht werden sollte. Gerade mit den stetig steigenden Mieten ist es wichtig, dass Studenten auch weiterhin die Chance haben, sich Wohnraum bei den wichtigsten und besten Universitäten in Deutschland zu leisten.

Ansonsten wird es langfristig dazu führen, dass es zu einer noch größeren Kluft zwischen Unis in Großstädten und denen auf dem Land kommt. Bereits jetzt ist es nur dann möglich, an einer Uni in Aachen, Frankfurt, Berlin oder München zu studieren, wenn die finanzielle Situation durch dritte Personen unterstützt wird. Bafög sollte aber garantieren, dass ein gewisse Maß an Chancengleichheit für den Kampf um einen Platz für das Studium vorherrscht. Die Politik muss also tätig werden, damit sich alle Interessenten, unabhängig von ihren Finanzen, auf einen Platz in einer Großstadt bewerben können – wenn sie es denn wollen.