Warum du dein Studium nicht abbrechen solltest

Ein Studium ist alles andere als eine leichte Angelegenheit. Fast jeder Student hat während seines Studiums also mindestens einmal Probleme mit den Anforderungen zurecht zu kommen. Auch ist es gar nicht so selten, dass eine Klausur nicht bestanden wird und daher wiederholt werden muss. Stress und Selbstzweifel sind also fast schon ein fester Bestandteil des Studiums. Nicht wenige Studierende denken daher über einen Abbruch des Studiums nach, oder haben sogar schon mal ein Studium geschmissen.

Das Studium abbrechen ist jedoch keine gute Entscheidung und sollte nur im absoluten Ausnahmefall erfolgen. Entscheidend dabei ist auch, wie weit dein Studium bereits fortgeschritten ist und welche Bedeutung es für deinen weiteren Lebensweg hat. Daher beleuchten wir hier vor allem Alternativen, damit du dein Studium nicht abbrechen musst.

Die Gründe für den Abbruch des Studiums

Die genauen Gründe, warum Studierenden ihr Studium abbrechen, werden von den Universitäten nicht detailliert erhoben. Daher kommen viele Gründe in Betracht:

  • Zwangsexmatrikulation durch Ausschöpfung der Prüfungsversuche
  • Zu hohe Anforderungen und Überforderung
  • Geänderte Interessen
  • Gesundheitliche oder familiäre Gründe

Abgesehen von einer Zwangsexmatrikulation lässt sich ein Abbruch des Studiums jedoch häufig vermeiden. Fast alle Universitäten bieten ihren Studierenden zahlreiche Hilfs- und Beratungsangebote, die in ausweglos erscheinenden Situationen Lösungswege aufzeigen. Erwägst du hingegen ein Abbruch des Studiums aus gesundheitlichen oder familiären Gründen, so solltest du ebenfalls Beratungsangebote wahrnehmen und einen genauen Blick in die Prüfungsordnung werfen. Statt ein Studium abzubrechen können beispielsweise Urlaubssemester eingelegt werden. Ebenso ist bei schweren Erkrankungen aller Art ein Nachteilsausgleich möglich. So wird etwa bei Prüfungen besondere Rücksicht auf bestimmte Einschränkungen genommen und etwa eine alternative Prüfungsform angeboten.

Sonderfall: Studium frühzeitig abbrechen

Ein Studium abbrechen sollte, wie zuvor erwähnt, möglichst nur die Ultima Ratio sein. Ein Sonderfall ist hingegen, wenn Studierende ihr Studium schon im ersten Semester abbrechen möchten. Stellst du also fest, dass das gewählte Fach nicht deinen Vorstellungen entsprichst und sich dies auch nicht ändert, so solltest du nicht zögern dein Studium abzubrechen. Einen solchen Abbruch des Studiums kannst du auch vor möglichen Arbeitgebern erläutern, schließlich ist das Studium auch eine Art Selbstfindungsphase. Ein Fachwechsel zeugt etwa auch von Selbstsicherheit und Entschlossenheit.

Je weiter du fortgeschritten bist, desto schwerwiegender ist die Entscheidung, dein Studium abzubrechen. Umso schwerwiegender ist der Abbruch, wenn du außer dem Studium nicht über eine Berufsausbildung verfügst. Statt ein Studium abzubrechen, gibt es bei fortgeschrittenen Studierenden andere Alternativen, die in Betracht zu ziehen sind.

Alternative zum Studienabbruch: Möglichkeit eines Fachwechsels prüfen

Kommst du erst nach einiger Zeit zu dem Schluss, dass du dein Studium abbrechen willst, so hast du bereits viel Zeit und Geld investiert und auch schon einige Prüfungen erfolgreich absolviert. Ein Abbruch wäre also kontraproduktiv. Grundsätzlich solltest du dich also selbstkritisch fragen, warum du dein Studium abbrechen möchtest. Liegen dir bestimmte Inhalte einfach nicht, oder entspricht dein Studiengang nicht mehr deinen Interessen, so solltest du statt eines Abbruchs einen Fachwechsel in Erwägung ziehen. Neben einem Fachwechsel ist auch ein Wechsel der Universität denkbar:

  • In vielen Fachrichtungen gibt es Studiengänge, die eine besondere Ausrichtung haben. Sowohl an einer Universität als auch an anderen Universitäten.
  • Kommt ein artverwandter Studiengang in Frage, so ist ein Studienabbruch oft weniger folgenreich.

Findest du einen ähnlichen Studiengang, den du belegen möchtest, dann ist es weniger problematisch das aktuelle Studium abzubrechen. An derselben Universität ist ein Fachwechsel oft mit wenig Aufwand möglich. Möchtest du zudem die Universität wechseln, so solltest du die Modulhandbücher genauer vergleichen. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Artverwandte Studiengänge bauen häufig auf denselben Grundlagen auf, sodass du einige Fächer, die du bereits bestanden hast, nicht erneut belegen musst. Innerhalb einer Fakultät ist die Anrechnung diverser Leistungen oft reine Formsache.
  • Wechselst du die Universität, so solltest du prüfen, welche Fächer dort in welchem Umfang vorgesehen ist. Ähneln sich diese hinsichtlich ihres Inhalts und ihrer ECTS-Gewichtung, so kannst du einen Antrag auf Anerkennung von Prüfungsleistungen stellen und hast gute Erfolgsaussichten.

Alle erbrachten Leistungen werden in solchen Fällen zwar meist nicht anerkannt, aber der zusätzliche Zeitaufwand für den erfolgreichen Abschluss eines anderen Studiengangs lässt sich so minimieren. Ein zusätzliches Semester lässt sich natürlich wesentlich besser bewerkstelligen, als wenn du „von Null“ auf beginnen müsstest. Oft sind Universitäten im Rahmen der Anerkennung auch kulant: Kleinere Unterschiede verhindern die Anerkennung erbrachter Leistungen häufig nicht.