Während für die protestantische, katholische und die islamische Theologie in Deutschland gilt: Das Latinum, Hebraicum, Graecum bzw. das Arabicum sind Pflicht, so verhält es sich in den orthodoxen Glaubensstudien ein wenig anders. Genauso wie in der Religionswissenschaft muss für die wissenschaftliche Exploration der osteuropäischen und asiatischen Kirchen nach dem Konstantinopler Schisma keine Kenntnis in den Altphilologien nachgewiesen werden. Das trifft sowohl für Münster als auch für München zu. 

Pure Kirchenideologie — ganz ohne nationale Allüren

Auch ansonsten, neben dem, dass das Altkirchenslawische nicht erforderlich ist, scheinen die Kirchenstudiengänge in Westfalen und in Bayern wenig patriotisch ausgerichtet zu sein: Griechich-orthodox, serbisch-orthodox, russisch-orthodox ist für Dich als Kommilitone lediglich nur mit einer Nebenbedeutung behaftet. Nichtsdestotrotz muss man aber wissen, dass es sich um staatliche Bildungseinrichtungen des tertiären Sektors handelt, wo dann schlussendlich doch zumindest deutsche Gesetzesprinzipien eine zentrale Rolle spielen. Oder auch nicht? — Es kann auch abgewandelt betrachtet werden, in dem Sinne, dass man de facto in Großbritannien bzw. in den USA studiert. Und in diesen beiden Ländern herrscht bekanntlich die allergrößte Religionsfreiheit vor. Konzentriert man sich dann aber doch wieder auf das teutonische Gesetzeswerk, musst Du hier kontextuell einfügen, dass man als Student an diesen Universitäten eine Akkreditierung für einen Arbeitsplatz an einer „Anstalt des öffentlichen Rechts“ in Deutschland erwirbt.

Weltreligionen — der komplette Exkurs

Buddhismus, Laizismus, Synode, Eucharastie — die Religionswissenschaft als nicht bekennender Zweig der universitären Lehre in den Denomination schafft vielleicht noch das beste Überblickswissen. Gesundheitliche Riten, wie das Waschen von Füßen, aber auch andere religionssoziologische Aspekte können hier mit ganz anderer Gewichtung behandelt werden. So zum Beispiel auch der Umstand, warum Religion im Heereswesen so eine zentrale Rolle spielt, bei der Polizei aber dann doch weniger. Das dann final zu resümieren in dem Satz: „Polizisten sind Heiden, das Militär aber nicht.“ – ist ziemlich vage und kühn als interpretatorischer Ansatz. Auch den Naturreligionen gegenüber kann natürlich im Rahmen des religionswissenschaftlichen Studiums mehr Raum und Intensität beigemessen werden. „Kirchenhistorische Aspekte des Kontinentes Australien“ können in den Religionswissenschaften eine interessante und herausfordernde Hausarbeit darstellen, was in den klassischen Theologien wenig möglich ist, allein aus Zeitgründen ganz einfach. Nur ein „peripherers Touchieren“ zwischendurch scheint erlaubt für diese besonderen Themen, die jedoch von großer Bedeutung sein können.