Forscher der University of San Diego haben die Abkühlung der Sonne bis zum Jahr 2050 und die Auswirkungen auf das Erdklima berechnet. Die Sonne wird in 11-jährigen Zyklen wärmer und kälter, das ist schon länger bekannt. Die kurzen Zyklen unterliegen Superzyklen, von denen einer gerade abklingt. Das führt zu einer neuen “Kleinen Eiszeit”.

Temperaturminimum um 2050

Das Temperaturminimum und der geringste Lichteinfall werden wohl im Jahr 2050 erreicht werden. Um zu exakten Berechnungen zu gelangen, hat das Forscherteam um seinen Chef Dan Lubin seit Mitte der 1990er Jahre Daten gesammelt und ausgewertet. Gemessen wurde der Temperaturverlauf im Sonnenkern und auf der Außenfläche unseres Sterns. Mitte des 21. Jahrhunderts dürften die Sonnentemperaturen um rund sieben Prozent unter den gegenwärtigen Werten liegen. Auch der Lichteinfall könnte sich um etwa diese Größenordnung verringern. Die Sonne steuert auf ihr „Grand Minimum“ mit weniger UV-Strahlung zu. Zwischenzeitlich unterliegt sie den etwa 11-jährigen Schwabe-Zyklen, die seit 1755 gemessen werden und ebenfalls von Schwankungen der Sonnenaktivität geprägt werden, die aber auf der Erde nur wenig spürbar sind. Diese Schwabe-Zyklen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer genauen Länge und Aktivität. Derzeit geht einer der intensivsten dieser Zyklen seit 200 Jahren zu Ende. Er ist mit 12,6 Jahren ungewöhnlich lang und verweist auf einen kommenden starken Rückgang der Sonnenaktivität. Dieses Gesetz der kleineren Zyklen trifft auch auf die Superzyklen der Sonne zu, die in Jahrhunderten und Jahrtausenden gemessen werden.

Höchste Sonnenaktivität seit 8.000 Jahren

Derzeit ist die Sonne so aktiv wie schon seit mehr als 8.000 Jahren nicht mehr. Die Schwabe-Zyklen wurden seit 1940 immer stärker, das hat am deutschen Max-Planck-Institut schon 2004 der Forscher Sami K. Solanki berechnet. Aktuell läuft der Schwabe-Zyklus SC 24, der wiederum seinen Vorgänger SC 23 zu toppen scheint. Wenn er ab etwa 2030 endet, steuert die Sonne auf das Grand Minimum zu. Schon ab 2030 dürften daher die Winter in Europa und Nordamerika sehr viel eisiger werden. Uns erwartet dann auf der Nordhalbkugel der Erde eine “Kleine Eiszeit”, die allerdings nicht die Erderwärmung signifikant stoppen soll, so die kalifornischen Forscher der University of San Diego. Die letzte Kleine Eiszeit dieser Art hatte zu Beginn des 15. Jahrhunderts eingesetzt und bis Mitte des 19. Jahrhunderts angedauert. Für Europa liegen zu den Folgen gute Daten vor: Es kam zu Missernten und Viehsterben, was Hungersnöte auslöste. Zudem schwächte die über Jahrhunderte andauernde Kälte das Immunsystem der Menschen, viele tödliche Epidemien forderten Millionen Menschenleben. In Irland verursachte das Klima ab 1845 eine bis dato unbekannte Kartoffelfäule, bis 1852 forderte der Ernteausfall eine Million Todesopfer. Zwei Millionen Iren wanderten daraufhin aus. In Frankreich gab es in Abständen von ein bis zwei Jahrzehnten zwischen 1630 und 1709 fünf Hungerwinter. In London ließ sich auf der komplett zugefrorenen Themse ein “Frostjahrmarkt“ durchführen, der New Yorker Hafen konnte im Winter 1780 auf dem Eis mit Fahrzeugen überquert werden. Für die Zukunft ab den 2030er Jahren ist die Menschheit wahrscheinlich besser gerüstet als in früheren Zeiten. Allein die Prognosen zur Sonnenaktivität sind inzwischen sehr genau. Die Menschen werden sich mit der Kälte arrangieren.