Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk – sehr prominent durch sein Elektroauto-Unternehmen Tesla – steuert mit Volldampf auf die bemannte Raumfahrt zu. Es darf nun mit einer NASA-Erlaubnis am Samstag, dem 2. März 2019, einen Testflug zur ISS unternehmen. In der neuen SpaceX-Raumkapsel “Crew Dragon” wird eine lebensgroße Puppe mitfliegen. Elon Musk hat mit seinem Test wahrhaft Großes vor: Er will den Mars besiedeln.

Falcon-9-Rakete dockt am Sonntag an der ISS an

Am Sonntag, dem 3. März, dockt die SpaceX-Rakete Falcon-9 an der ISS an, am 8. März tritt sie den Rückflug zur Erde an. Aus wissenschaftlicher Sicht ist der Testflug kein spektakulärer Schritt, schließlich schicken verschiedene Nationen schon seit einem halben Jahrhundert Menschen ins All. Aus der Sicht der privat finanzierten Raumfahrt ist das Vorhaben aber bedeutsam, denn die Staaten stoßen mit ihren Ressourcen an Grenzen, weshalb die bemannte Raumfahrt in den letzten Jahrzehnten kaum Fortschritte gemacht hat. In allen Ländern, die solche Projekte durchführen oder sich an ihnen beteiligen – darunter auch EU-Staaten –, wird heftig über den Sinn der abnorm hohen Kosten für die bemannte Raumfahrt diskutiert. Diese wirkt auf das Publikum spektakulär, Raumfahrer wie der Deutsche Alexander Gerst (zuletzt ISS-Kommandant) sind für uns wahre Helden. Doch kommerziell sinnvoll ist nur die unbemannte Raumfahrt, denn Nachrichtensatelliten brauchen wir wirklich. Wenn nun ein Unternehmer wie Elon Musk kühne Visionen der bemannten Raumfahrt entwickelt, die ja immerhin bis zur Besiedlung des Mars’ reichen, würde das der Erforschung des Weltalls durch lebende Menschen einen gewaltigen Schub verleihen. Daher schaut die Weltöffentlichkeit gespannt zu, wenn Musk seinen ersten Testflug mit einer Puppe absolviert, die heil wieder auf der Erde landen muss. Erst dann wird sich ein Raumfahrer in eine SpaceX-Rakete setzen. 

Bemannte SpaceX-Raumfahrt noch 2019?

Die NASA hat jedenfalls zugesagt, noch im laufenden Jahr 2019 mit einer Falcon-9-Rakete von SpaceX Astronauten ins All zu befördern, wenn der Test mit der Puppe Anfang März gelingt. SpaceX vermarktet seine Raketen schon kommerziell, unter anderem bringen sie gelegentlich Material zur ISS. Wenn alles klappt, könnte im Juli 2019 die bemannte SpaceX-Raumfahrt beginnen. Der Schritt wäre auch für die USA als Nation bedeutsam, denn diese hatte 2011 ihr Space-Shuttle-Programm nach überbordenden Kosten bei gleichzeitigen Pannen eingestellt. Seither fliegen nur noch russische Raketen zur ISS. Der Vertrag für die Astronautenbeförderung mit Russland läuft aber im November 2019 aus. Gleich zwei private Unternehmen wollen die Lücke füllen: SpaceX und der Flugzeugbauer Boeing. Der Falcon-9 werden gute Chancen eingeräumt, auch andere Staaten buchen sie. Im Februar 2019 schickte Israel so eine Rakete zum Mond, sie transportiert die Sonde „Bereshit“. Wenn sie wie geplant am 11. April auf dem Erdtrabanten landet, soll sie dort die israelische Flagge hissen und Forschungsaufgaben ausführen. 

Die Intentionen von Elon Musk

Elon Musk will ab 2023 Privatleute mit SpaceX-Raketen zum Mond bringen. Das Vorhaben wirkt natürlich sehr ambitioniert, wäre für Musk aber nur der erste Schritt bei einem sehr viel größeren Plan: Er will im Verlauf des 21. Jahrhunderts etwa eine Million Menschen zum Mars schicken, um dort eine Zivilisation zu gründen.