Eine gemeinsame Initiative, bestehend aus der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und der CP GABA, hat am 19.10.2018 drei Projekte geehrt, die sich mit Präventionen im Zusammenspiel von Medizin und Zahnmedizin befassen. Im folgenden Artikel findest du nähere Informationen zu den Hintergründen des Präventionspreises, die diesjährigen prämierten Projekte sowie eine kleine Übersicht zur Relevanz der Thematik.

Der Präventionspreis

Mit einem Fokus auf zukunftsorientierte und disziplinübergreifende Projekte, wurden die Preisträger von einer unabhängigen Jury auserkoren. Weitere Kriterien waren die Umsetzbarkeit, die Praxisnähe und die wissenschaftliche Evidenz. Neben einer Urkunde wurde ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro überreicht.

Das Ziel der Initiative ist eine Sensibilisierung gegenüber der Wichtigkeit von Prävention und deren Maßnahmen. Wichtig erscheint den Initiatoren darüber hinaus, dass die Zusammenarbeit zwischen der „klassischen“ Medizin und der Zahnmedizin verstärkt wird, da zahnmedizinische Erkrankungen oftmals mit anderen Erkrankungen korrelieren. Vor allem vor dem Hintergrund des demographischen Wandels erscheint ein verstärktes Ineinandergreifen beider Richtungen relevant.

In den vergangenen Jahren lagen die Schwerpunkte bei der Preisverleihung auf frühkindlicher Karies, der Bedeutung von Mundgesundheit in der Pflege und disziplinübergreifenden Gruppenprophylaxen.

Die prämierten Projekte im Kurzüberblick

1. Platz: MHH – Zahnärztliche Gesundheitsförderung Interdisziplinär

Den ersten Platz bei der diesjährigen Preisverleihung erlangte die Arbeitsgruppe „Zahnärztliche Gesundheitsförderung Interdisziplinär“, die von der Medizinischen Hochschule Hannover aus agiert. Das sechsköpfige Forscherteam, dem Professor Hüsamettin Günay vorsteht, fokussierte sich auf eine verstärkte zahnärztliche Betreuung im Zuge von Diabetes-Erkrankungen. So erarbeitete die Arbeitsgruppe ein Beilegheft für den Diabetes-Pass, in dem zahnärztliche Untersuchungen und Befunde dokumentiert werden. Parallel zu diesem Dokumentationsbogen wurde das Modul „zahnärztliche Gesundheitsförderung“ ausgearbeitet, das der Schulung von Diabetes-Patienten dient und dazu beitragen soll, dass Betroffene den Zusammenhang zwischen der Diabetes-Erkrankung und ihrer Mundgesundheit besser nachvollziehen können.

2. Platz: Detektion von (Prä-)Diabetes im Rahmen eines präventionsorientierten parodontalen Therapiekonzeptes in der zahnärztlichen Praxis unter Verwendung eines adaptierten fragebogenbasierten Screenings

Mit dem zweiten Platz wurde das Konzept zur „Detektion von (Prä-)Diabetes im Rahmen eines präventionsorientierten parodontalen Therapiekonzeptes in der zahnärztlichen Praxis unter Verwendung eines adaptierten fragebogenbasierten Screenings“ der Doktoren Gerhard Schmalz, Klaus-Jürgen Fischer und Dirk Ziebolz honoriert. Das Konzept fokussiert sich auf die Wechselbeziehung zwischen Parodontitis und Diabetes. Mit Hilfe eines Fragebogens sollen Parodontitis-Patienten in Hinblick auf ein potenzielles Diabetesrisiko untersucht werden. Ist der Fragebogen auffällig, so werden Betroffene mit einem Arztbrief an ihren Hausarzt zwecks weiterer Untersuchungen überwiesen.

3. Platz: Gesundheitsförderung und Prävention von Pflegebedürftigen im eigenen Zuhause oder in Alten- und Pflegeeinrichtungen anhand von digitalen und telemedizinischen Möglichkeiten

Den dritten Platz belegte Dr. Boris Jablonski mit seinem Forschungsprojekt „Gesundheitsförderung und Prävention von Pflegebedürftigen im eigenen Zuhause oder in Alten- und Pflegeeinrichtungen anhand von digitalen und telemedizinischen Möglichkeiten“. Das Konzept von Dr. Jablonski setzt seinen Schwerpunkt auf eine effizientere Erstellung von Diagnosen mithilfe digitaler Verfahren. Langfristiges Ziel können demnach praxisübergreifende Datenbanken sein, die den Informationsfluss zwischen den unterschiedlichen medizinischen Fachrichtungen verbessern.

Zur Relevanz der Thematik

Auch, wenn der Präventionspreis noch relativ jung ist und nicht in hohem Maße über mediale Aufmerksamkeit verfügt, ist der Kern des Anliegens doch von großer Relevanz. Die prämierten Projekte setzen sich allesamt für eine nachhaltige Fortentwicklung der medizinischen Versorgung ein. Dazu werden neue Ideen erarbeitet, die die Lebensqualität und den Informationsgrad von Betroffenen verbessern.

Sofern du dich für Medizin interessierst, ob aus einer privaten oder einer beruflichen Perspektive, bieten dir die im Zuge des Präventionspreises ausgezeichneten Projekte einen realistischen Ausblick darauf, welche Entwicklungen und Umbrüche es in der Zusammenarbeit zwischen der „klassischen“ Medizin und der Zahnmedizin geben könnte.