Die Probleme mit der Digitalisierung in Deutschland sind inzwischen auch in der Politik angekommen. Es wird deutlich, dass nicht nur Fachkräfte fehlen, sondern auch die Universitäten selbst bisher zu wenig getan haben, um an der Digitalisierung teilzuhaben. Sie bieten noch nicht die neusten Prozesse an, setzen selbst zu wenig auf die papierlose Nutzung und bereiten Studenten nur schlecht auf die Anforderungen der Wirtschaft vor. Die Politik beginnt daher, sich immer stärker im Bereich der Digitalisierung zu engagieren. Das passiert auch mit gezielten Förderprogrammen.

Ausbildungen und Förderprogramme im Fokus der Länder

Beim 5. Hochschulkrogress in Weimar haben gleich mehrere Bundesländer angekündigt, dass sie ihre eigenen Bemühungen für die Digitalisierung in den nächsten Monaten und Jahren verbessern wollen. So sollen alleine Mecklemburg-Vorpommern ab dem kommenden Jahr 10 Millionen Euro in Fördergelder fließen, die Forschungsprojekte rund um das Thema Digitalisierung anstoßen sollen. Weitere knapp 1,5 Millionen will das Land in Kurse und Fächer investieren, die sich mit Medienpädagogik und anderen Bereichen dieser Art beschäftigen. Neun Millionen Euro sind zudem dafür vorgesehen, dass sich die Universitäten stärker mit der Frage beschäftigen sollen, wie die digitale Lehre auf den Lehrplan kommen kann. Damit soll nicht nur an den Universitäten, sondern auch an den Schulen für einen besseren Umgang mit der Digitalisierung und der Nutzung moderner Technik gesorgt werden.

Der Einsatz und das Investment in diesem Bereich kommt nicht von ungefähr: Schon seit Jahren verweisen Experten darauf, dass auch an den deutschen Universitäten zu wenig in Hinblick auf Digitalisierung gelehrt wird. Akzeptiert man, dass dieses neue Feld die große Herausforderung für die nächsten zehn oder zwanzig Jahre sein wird, so ist ein tiefer gehendes Investment in diesem Bereich nötig. Dazu gehört auch die Schaffung neuer Kurse und der Einsatz der Digitalisierung an den Universitäten selbst. Hier sehen eben jene Experten weitern Nachholbedarf. Noch immer wird an den Universitäten selbst zu wenig mit den Lösungen der Digitalisierung gearbeitet. Die Umstellung gestaltet sich für viele eingefahrene Prozesse sehr kompliziert.

Gezielte Förderungen an Universitäten werden häufiger

Im Zuge der Digitalisierung lässt sich zudem ein neuer Trend an den deutschen Hochschulen erkennen. Es wird immer häufiger vorkommen, dass Unternehmen gezielt in bestimmten Bereichen investieren, um sich somit die Fachkräfte von Morgen zu sichern. Beispiele gibt es dafür genug: Besonders im Süden des Landes, etwa an der Universität Heidelberg, fördern regionale Unternehmen bestimmte Studiengänge. Sie unterstützen die Universitäten nicht nur mit Geld, sondern stellen auch Ressourcen in den eigenen Unternehmen zur Verfügung, um etwa die praktischen Semester erledigen zu lassen.

Gezielte Förderung könnte ein Schlüssel sein, um die Defizite in den Hochschulen zu bekämpfen. Durch gezielte Förderung werden nicht nur die Universitäten selbst verbessert, auch die Studenten haben mehr Möglichkeiten. Stipendien und individuelle Finanzierungen sind keine Seltenheit mehr. Sie erlauben es den Studenten, ihr Studium gezielter und bereits mit einer Aussicht für die Zeit nach der Universität auszuführen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Entwicklung dafür sorgen wird, dass die benötigten Fachkräfte für die Digitalisierung in den nächsten Jahren zu finden sind.