Mit dem Abitur ist eine große Hürde geschafft, doch bald folgt eine Entscheidung, die von großer Tragweite für die spätere berufliche Laufbahn ist: Die Wahl des passenden Studiengangs. Wenn du dich grundsätzlich für ein Studium in den Geisteswissenschaften interessierst, findest du hier ein paar Entscheidungshilfen.

Studium zum Selbstzweck oder als Karrieresprungbrett?

Zunächst einmal solltest du dich fragen, was deine Ansprüche an ein Studium sind. Soll es in erster Linie interessant sein und dir Spaß machen oder willst du möglichst schnell Karriere machen und soll das Studium dafür die Basis sein? Was ist dir wichtig in den nächsten Jahren und was ist dir für dein Berufsleben wichtig? Willst du möglichst schnell in einen möglichst gut bezahlten Job oder willst du einen Job, der vor allem deinen Interessen entspricht? Dies sind zentrale Fragen, für deren Beantwortung du dir reichlich Zeit nehmen solltest. Es ist mit Anfang 20 schwierig, abzusehen, was für ein Leben man führen möchte, aber wie du grundsätzlich „gestrickt“ ist, weißt du sicher mittlerweile. Vor allem solltest du die Entscheidung für dich selber treffen und nicht auf den guten Rat oder den Druck deines Umfeldes hin dich für ein Studium entscheiden. Klar ist, dass man es im Berufsleben mit einem geisteswissenschaftlichen Studium erst einmal schwerer hat, weil es nicht den typischen Job gibt, für den das Studium ausbildet. Doch ist es dir wert, ein BWL-Studium zu wählen für die vermeintlich bessere Auswahl an gut bezahlten Jobs? Jedes Studium ist für sich anspruchsvoll, es könnten ausgesprochen harte Jahre vor dir liegen, wenn du ein Studium nur wegen seiner Karriereoptionen wählst, dir die Inhalte aber nicht liegen. Solltest du ein solches Studium dann sogar abbrechen wollen, war die Mühe vergeblich.

Die Tücken bei geisteswissenschaftlichen Studiengängen

Wenn du dich für ein Studium in den Geisteswissenschaften wie Geschichte, Philosophie oder Ethnologie entscheidest, dann sollte es dich sehr interessieren. Denn auch ein solches Studium ist zeitaufwändig und erfordert Fleiß. Am Ende winken in der Regel keine großartigen Karriereoptionen oder große Auswahlmöglichkeiten an Berufen. Du solltest dich gut selbst organisieren können und bereit sein, von Anfang an deine Fühler auszustrecken, um Netzwerke und Karriereoptionen zu nutzen. Informiere dich frühzeitig, welche Jobs mit solch einem Studium grundsätzlich infrage kommen und überlege dir, ob du in einem solchen thematischen Umfeld arbeiten willst. Wenn du dich etwa entschieden hast, dass beispielsweise trotz geisteswissenschaftlichem Studium für dich die Karriere in der Medienbranche starten soll, versuche über Studentenjobs und Praktika in der Medienbranche frühzeitig einen roten Faden in deinen Lebenslauf zu bekommen und wertvolle Berufserfahrung zu sammeln. Auch der finanzielle Aspekt will überlegt sein: Ist es dir wichtig, möglichst schnell ein regelmäßiges Einkommen zu haben, solltest du dich vielleicht besser für einen dualen Studiengang entscheiden. Du solltest auch bedenken, dass man als Geisteswissenschaftler nach dem Studium in vielen Jobs erst einmal eher wenig verdient und einem Leute mit einem Ausbildungsberuf erst einmal finanziell überlegen sind.

Mit den Überlegungen zur Studienwahl solltest du frühzeitig beginnen. Wenn dich ein Geisteswissenschaftsstudium wirklich interessiert und du dich um Karriereoptionen aktiv kümmerst, wird es ein Erfolg.