Foldables – faltbare Smartphones – wurden der breiten Öffentlichkeit erstmals auf dem Mobile World Congress vom 25. bis 28. Februar 2019 in Barcelona präsentiert.

Das Galaxy Fold von Samsung und das Mate X von Huawei begeisterten Technik-Fans und Journalisten, doch Fachleute fragen nun, wann sich der Massenmarkt für die (bislang sehr teuren) Geräte entwickelt. Bislang scheinen sie ein Spielzeug für Early Adopter mit viel Geld zu sein, also jene Zielgruppe, die frühzeitig jede neue Technik kauft – koste sie, was sie wolle. Im Fall der beiden genannten Geräte, die es ab Mai bis Juli 2019 geben dürfte, sind das voraussichtlich 2.300 Euro für das Huawei Mate X und 2.000 Euro für das Samsung Galaxy Fold.

Interessante Entwicklung

Die Innovation bei den Smartphones erregt durchaus Aufsehen, denn in letzter Zeit waren die Weiterentwicklungen wenig spektakulär: Die Smartphones bekamen lediglich größere Displays, etwas bessere Kameras oder eine neue Position ihres Fingerabdrucksensors. Doch nun wagen sich die Hersteller an die eigentliche Hardware und gestalten die Displays faltbar und flexibel. Nicht nur Samsung und Huawei, auch Xiaomi, Motorola, Nokia und Oppo werden in nächster Zeit Foldables präsentieren. Bei den Smartphones, die es inzwischen seit einem Jahrzehnt gibt, gilt der Schritt als Revolution. Einen Irrweg schließen die Marktführer aus: Samsung entwickelt die faltbaren Displays schon seit 2011, Huawei begann etwas später damit. Es gehören spezielle Falcon-Wing-Scharniere zum Mate X, die Forschung daran hat viel Geld verschlungen. 

Welchen Zweck erfüllen die Foldables?

Auf diese Frage gibt es vielschichtige Antworten. Zunächst einmal macht die Faltung das Smartphone, das ansonsten gewohnt klein und damit taschentauglich ist, zum größeren Bildschirm, auf dem sich sehr bequem Videos, Grafiken und lange Texte anschauen lassen. Es ergeben sich damit neue Funktionen und dementsprechende Anwendungsbereiche. Wer etwa schon immer das Smartphone als mobiles Büro betrachtet hat, kann es nun endlich auch so nutzen. Im Entertainment- wie im Businessbereich erschließen sich folglich bahnbrechende neue Möglichkeiten. Wie diese genutzt werden, lässt sich allerdings erst feststellen, wenn die Preise auf ein erschwingliches Niveau gesunken sind. Hinzu kommt: Wie alle jungen Entwicklungen weisen auch die Foldables bislang einige Kinderkrankheiten auf. Dazu gehören: 

  • Das Display besteht nicht aus gehärtetem Glas, denn dieses wäre nicht faltbar. Es soll aber auch für den besseren Schutz Lösungen geben, unter anderem arbeitet der Hersteller Corning daran. Doch die ersten Foldables wiesen schon nach wenigen Tagen deutliche Gebrauchsspuren auf, die bei den gegenwärtigen Preisen inakzeptabel erscheinen.
  • Zusammengeklappt sind die Foldables relativ dick. Das Zusammenklappen erfolgt keilförmig. Die Lösung wäre eine insgesamt noch viel dünnere Technik.
  • Die Auflösung nach dem Aufklappen reicht nicht ganz an die der besten Tablets heran.
  • Verfügbare Apps sind bislang wenig an den aufgeklappten Bildschirm angepasst.

Diese Schwächen lassen sich jedoch voraussichtlich beheben. Wenn wir eine vorsichtige Prognose wagen dürfen, schätzen wir ein, dass in noch einmal zehn Jahren – vielleicht auch deutlich früher – die meisten Menschen ein Foldable in der Tasche haben.