Eigentlich hattest du ja perfekt geplant: eine Woche Material sammeln, zwei Wochen lesen, eine Woche schreiben – und fertig ist die Hausarbeit. Dass es nun mit dem Zeitmanagement nun doch nicht gepasst hat, kann viele Gründe haben. Und wie es dazu gekommen ist, ist ja eigentlich auch egal. Wichtig ist, dass die Deadline unerbittlich näher rückt. Aber dann: Eine zündende Idee! Diese eine Arbeit, die du im letzten Semester geschrieben hast, würde die nicht auch zum Thema des aktuellen Seminars passen? Titel und Deckblatt anpassen und fertig? Die Versuchung, ein- und denselben Text zweimal abzugeben, kann groß sein. Was dich davon abhalten sollte? Das Risiko. Du musst nämlich nicht von einem fremden Text abschreiben, um ein Plagiat einzureichen. Die eigene Arbeit zu kopieren reicht auch.

Wie dir ein Eigenplagiat das Leben schwer machen kann

Im Gegensatz zum „klassischen“ Plagiat bedeutet ein Eigenplagiat, dass du den fraglichen Text selbst geschrieben, nur eben nicht für dieses Seminar. Dass das trotzdem nicht zählt, liegt daran, dass ein- und dieselbe Leistung nicht zweimal benotet werden darf. Für jedes Seminar musst du eine separate Arbeit anfertigen. Ein Eigenplagiat bedeutet aber nicht nur, dass du dir eines deiner Seminare nicht anrechnen lassen kannst: Es kann von Seiten des Prüfungsamts genauso geahndet werden wie das Einreichen eines fremden Textes.

Im mildesten Fall kann es sein, dass du die Lehrveranstaltung wiederholen und die Arbeit neu schreiben musst. Das kostet dich ein zusätzliches Semester und deutlich mehr Aufwand als ein eigenständiger Text bedeutet hätte – zumal dich der Dozent jetzt auf dem Kieker hat, wenn du ausgerechnet bei ihm wiederholen musst. Im schlimmsten Fall kann es aber auch sein, dass deine Hochschule dir den Prüfungsanspruch aberkennt. Und das bedeutet, dass du dein Fach nicht mehr studieren darfst und dir sogar rückwirkend der Abschluss aberkannt werden kann.

So hältst du die Deadline ein – ganz ohne Eigenplagiat

Dir ist die Zeit davongelaufen und es besteht keine Chance, rechtzeitig fertig zu werden? Geh in die Sprechstunde und erklär es deinem Dozenten. In den meisten Fällen lässt sich problemlos ein Aufschub um ein paar Tage arrangieren – solange du nur gute Gründe dafür hast, dass es ein wenig später wird. Und wenn deine Gründe fadenscheinig sind und der Dozent nur zähneknirschend Aufschub gewährt, ist das allemal besser als das Risiko, das du mit dem Plagiat eingehen würdest.

Im Idealfall kommt es aber natürlich gar nicht erst so weit. Wenn du Seminare zu ähnlichen Themen belegst, kannst du durchaus Zeit und Aufwand sparen – und das ganz legal. Hierfür wählst du zwei Themenbereiche für deine Hausarbeiten, die nah beisammen liegen aber eben nicht identisch sind – und die du auch mit verschiedenen Fragestellungen untersuchst. So kannst du die beiden Themen gemeinsam recherchieren und teils auch dieselbe Literatur verwenden. Dank der verschiedenen Fragestellungen ziehst du daraus aber unterschiedliche Schlüsse, sodass die Eigenleistung gewährleistet ist. Und wenn du dir nicht sicher bist, ob deine Themen verschieden genug sind: Frag vorsichtshalber einfach in der Sprechstunde deiner Dozenten nach und lass dir ein Okay geben.