Die Homöopathie wurde als alternativmedizinische Behandlungsmethode schon in den 1790er Jahren durch den deutschen Arzt Samuel Hahnemann (1755 – 1843) eingeführt. Sie basiert auf dem Ähnlichkeitsprinzip: Wenn demnach ein Symptom durch ein Medikament in homöopathischer (winziger) Dosis bekämpft werde, das eigentlich ähnliche Symptome auslöst, soll es verschwinden. Dementsprechend wird beispielsweise Fieber mit dem hochgiftigen Blauen Eisenhut (Aconitum napellus) bekämpft, der bei einer echten Vergiftung (die bei einer homöopathischen Dosis nicht zu befürchten ist) auch zu Fieber und kurz darauf zum Tod führt. Dieses Verfahren fand weltweit viele Anhänger, Samuel Hahnemann hat bis heute Fans in allen Ländern. Homöopathische Mittel verkauft praktisch jede Apotheke, viele Heilpraktiker und auch niedergelassene Ärzte verschreiben sie. Einer von ihnen – Professor Edzard Ernst – hat sich aber nun von der Lehre abgewandt und in der Süddeutschen Zeitung einen Kontra-Artikel verfasst, in welchem er mit der Homöopathie hart ins Gericht geht: Sie sei eine “reine Placebo-Therapie” und gehöre nicht in die Apotheken (siehe SZ online vom 10.08.2018). Interessant ist die Diskussion, die danach entbrannt ist.

Stimmen zur Homöopathie

Siegfried Engelke aus Korbach schreibt sinngemäß: Der Artikel (von Edzard Ernst) war überfällig, wird aber in Deutschland nichts ausrichten. Selbst Politik unterstützt den Unfug, so die ehemalige NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne), die gern die Homöopathie als Hochschulwissenschaft etablieren wollte. Dabei sollte diese Pseudowissenschaft schon längst denselben Status wie die Alchemie und die Astrologie erhalten. Sie ist nichts als Geisterglaube und Esoterik.

Dr. Reinhard Tutschek aus Bayreuth schreibt sinngemäß: Die Aussagen von Edzard Ernst sind unredlich. Er müsste eigentlich als ehemaliger Therapeut erfahren haben, dass Homöopathie heilen kann. Dass er sie pauschal zur Pseudotherapie erklärt, nur weil ihm wissenschaftliche Beweise fehlen, lässt sich nur mit einem durch und durch materialistischen Weltbild erklären. Dieser Auffassung steht entgehen, dass Millionen von Menschen weltweit und seit nunmehr über 200 Jahren der Homöopathie vertrauen, weil sie nachweislich geheilt hat.

Prof. Dr. Bernd Kramer aus Regensburg schreibt sinngemäß: Die Argumente von Professor Ernst sind überzeugend, vor allem der Verweis auf die ethische Verantwortung von Apothekern ist zu begrüßen. In diesem Kontext ist aber auch das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel-und Medizinprodukte) zu kritisieren, denn dieses lässt homöopathische Medikamente zwar selten, aber gelegentlich eben doch zu. Unbegreiflicherweise erhielt diese begehrte Zulassung sogar „Barium comp. (Weleda)“, das in bedenklich hoher Konzentration lösliches Bariumsalz enthält, das hochgiftig ist. Es kommt als Rattengift zum Einsatz.

Christopher Bodirsky aus Hannover schreibt sinngemäß: Warum konnte sich die Homöopathie so lange halten, wenn sie nichts bewirkt? Unterliegen die Patienten und die verschreibenden Mediziner einem kollektiven Wahn? Die Einlassungen von Professor Edzard Ernst erinnern an missionarischen Eifer. Viele Menschen bestätigen die Heilung durch Homöopathie auf sanfte und nebenwirkungsfreie Art. Doch selbst wenn das nur Placeboeffekte wären: Ist das so schlimm, dass es diese Verteufelung verdient?

Dr. Roberto Frontini, Direktor einer großen Leipziger Uniklinik-Apotheke, schreibt sinngemäß: Homöopathie hat keine wissenschaftlich nachweisbare Wirkung. Der Placebo-Effekt darf aber nicht unterschätzt werden, er ist sehr mächtig. Er funktioniert jedoch nur, wenn die Menschen weiter an Homöopathie glauben. Daher ist es möglicherweise kontraproduktiv, ihnen diesen Glauben auszureden. Es sollten lediglich eher gefährliche homöopathische Mittel aus den Apotheken verschwinden, die beispielsweise Quecksilber enthalten. Die harmlosen jedoch, die gar nichts enthalten (wie C30-Mittel), aber tatsächlich chronische Schmerzen lindern, dürfen ruhig weiter verabreicht werden.