Der Mercedes Maybach wird noch 2018 mit dem neuen Lichtsystem Digital Light ausgestattet. Dieses projiziert wie ein Beamer auf die Fahrbahn Symbole. Die Auflösung ist mit zwei Millionen Pixeln sagenhaft hoch. Das Pilotprojekt dazu heißt F015 und wird von den Stuttgartern schon länger getestet.

Wie funktioniert Digital Light?

Das Licht wird durch zwei Millionen winzige, in die Scheinwerfer integrierte Spiegel erzeugt. Nur so lässt sich die hohe Genauigkeit der Lichtdarstellung erreichen. Diese führt zu bislang nie gesehenen Effekten, unter anderem:

  • Im Baustellenbereich zeichnen die Scheinwerfer Führungslinien auf die Straße, welche die exakte Breite des Autos anzeigen.
  • Auf Fußgänger weist in einem Gefahrenbereich ein Pfeil auf der Fahrbahn hin.
  • Die Abstandsmarkierung unterstützt den Fahrer visuell bei der Einstellung des adaptiven Tempomaten. Hierfür zeigt ein Lichtbalken den gewünschten Abstand zum vorausfahrenden Auto an.

Diese Features bringt das System schon sicher mit, sie werden auf dem Autosalon Genf (ab 8. März 2018) zu besichtigen sein. Weitere Möglichkeiten, an denen Daimler teilweise noch tüftelt, sind ein auf die Fahrbahn projiziertes Warnsymbol beim Wechseln der Spur, ohne dass der Fahrer blinkt, Lichtwarnzeichen bei einer glatten Straße und ebenso eine Lichtwarnung an den Fahrer beim Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit. Allerdings muss nicht alles, was technisch möglich ist, auch realisiert werden, denn der Stuttgarter Konzern lässt aktuell die Genehmigungsfähigkeit aller Optionen von Digital Light prüfen. Die Pläne sind weitreichend: Auch die Kommunikation zwischen einzelnen Verkehrsteilnehmern soll künftig über die Scheinwerfer noch viel besser möglich sein, als das heute bestenfalls durch ein leichtes Aufblenden geschieht. So ist es technisch unter anderem möglich, einen Zebrastreifen vom Auto aus auf die Straße zu projizieren und damit einem Fußgänger zu signalisieren, dass er diese unbesorgt überqueren kann. Das hat Daimler schon beim Forschungsauto F015 realisiert. Dieser Technik muss der Gesetzgeber aber zustimmen.

Technik im Forschungsauto Mercedes F015

Wie die Zukunft aussehen könnte, demonstriert Mercedes mit dem selbstfahrenden Modell F015, das in Kalifornien auf einem Testgelände schon seit mehr als einem Jahr seine Runden dreht. Der Wagen mit dem absolut futuristischen Design kümmert sich selbst um die Fortbewegung, während die Insassen ihren Beschäftigungen nachgehen können – wie bei einer Zugfahrt. Das Auto soll damit laut Daimler-Chef Dieter Zetsche zum “mobilen Lebensraum” werden, selber fahren lenkt dabei nur ab. Fahrer können vielmehr im Wagen ihre Ruhe und Abgeschiedenheit genießen, wichtige Arbeiten erledigen oder sich entspannt unterhalten. Dafür gibt es im „Conducted Mode“ kein Lenkrad mehr, die Sitze lassen sich drehen. Auch die Pedale werden eingefahren, was das Platzangebot im Innenraum deutlich erhöht. Langeweile kommt im Fahrzeug garantiert nicht auf. Der F015 ist ständig online, auf die verdunkelten Scheiben werden von innen mehrere Bildschirme projiziert. Bedient werden die internen Rechner mit Blick- und Gestensteuerung. Nach außen setzt der F015 das nun im Maybach vorgestellte Beleuchtungskonzept vollständig um, rollt virtuelle Zebrastreifen aus, wechselt die Farben der Scheinwerfer zwischen Weiß und Blau und lässt den LED-Kühlergrill ein virtuelles Minenspiel vollführen. Der optische Dialog mit anderen Verkehrsteilnehmern ist also voll ausgereift. Als Antrieb dienen noch Elektromotoren, bei günstiger technischer Entwicklung denkt Daimler aber an Brennstoffzellen. Das Projekt liefert einen guten Vorgeschmack auf unsere automobile Zukunft.