Gar lustig ist das Studentenleben, wären da nicht ständig diese lästigen Klausuren und Prüfungen. Da grummelt zuweilen arg der Bauch, ganz abgesehen von der fürchterlichen Migräne. Ungefähr 40 Prozent der Studierenden leiden bitterlich unter der sogenannten Prüfungsangst. Jenes nervöse „Lampenfieber“ packt eigentlich fast jeden, denn dahinter verbirgt sich eine archaische, körperliche Reaktion, die in unseren Genen einst so festgelegt worden ist. Es hat im Grunde auch etwas mit unserem Fluchtinstinkt zu tun.

Dennoch besteht kein Grund dafür, dass diese Art des Unwohlseins extreme Formen annimmt. Falls dem bei dir so ist, solltest du handeln, und zwar so:

Mit Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist es eindeutig mehr geworden. Gemeint ist die Anzahl der Prüfungen, manche sprechen hier auch von der „Prüfungsdichte“. Am schlimmsten sind übrigens die Rechtswissenschaftler von der Angst gebeutelt, ihren Studienabschluss möglicherweise nicht zu schaffen, während die Sozialwissenschaftler deutlich gelassener über den Campus wandeln.

Die Gründe für die Prüfungsangst sind natürlich so vielseitig wie die Studenten selbst. Oftmals ist es die Erinnerung an den Misserfolg vom letzten Mal oder es sind zuweilen zu hohe Ansprüche gegen sich selbst, die als Überbleibsel der eigenen Erziehung angesehen werden können. Wenn es bereits den Eltern etwas an Selbstbewusstsein fehlte und die Angst vor dem Versagen groß war, dann besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich diese Haltung zumindest teilweise auf den Nachwuchs abgefärbt hat.

Was kannst du konkret gegen deine Prüfungsangst tun?

Tabletten und Alkohol haben schon jeden beruhigt, könnte man nun anführen, wenn man den kontraproduktivsten Rat geben wollte, den es gibt. Nein, so einfach geht das natürlich nicht, denn du must daran richtig und bewusst arbeiten, und zwar in vielen kleinen Schritten deine Angst zunächst mürbe machen, um sie schließlich ganz zu besiegen.

  • Diese Form der Nervosität hat auch eine gute Seite, denn sie kann und soll deine Leistungsfähigkeit sogar etwas ankurbeln. Allein, achte nur darauf, dass es nicht zu viel des „Guten“ wird, was dich dann eher blockiert.
  • Dein Arbeitsplatz sollte möglichst frei von Ablenkungen sein. Das ist zum Beispiel in der Unibibliothek gewährleistet, vor allem dann, wenn du es schaffst, das iPhone mal zu Hause zu lassen.
  • Erstelle dir deinen Lernplan, in dem du großzügig mit der Zeit umgehst, um so jeden Stress zu vermeiden. Kennzeichne darin die eingehend bearbeiteten Lerninhalte, um deinen Fortschritt und Erfolg klar sichtbar und messbar zu machen.
  • Es gibt meistens mehrere Wege, sich im Vorfeld einer Prüfung über deren voraussichtliche Inhalte zu informieren, wofür das iPhone und die sozialen Netzwerke wieder hilfreich sein mögen. Dieses Wissen vermittelt nachher eine ganze Menge Sicherheit.
  • Dein Biorhythmus muss gar nicht mit jenen der Kommilitonen übereinstimmen. Finde unbedingt heraus, wann du besonders aufnahmebereit zum Lernen bist, und mach etwas ganz anderes, wenn ohnehin nichts in deinen Schädel geht.
  • Dein Gehirn braucht viele Pausen. Wenn du beim Lesen denselben Satz schon zweimal wiederholt hast und immer noch nicht kapiert hast, was drin steht, dann spätestens ist diese Zeit gekommen.
  • Zu deinem Lernplan gehören Meilensteine, bei deren Erreichen du dich jedes Mal selbst belohnst. Hauptsache die Belohnung ist etwas Besonderes.
  • Die Erwartungen an dich selbst müssen realistisch in angemessener Zeit erreichbar sein. Perfektionismus ist hier ein ganz besonders blockierender Faktor, Mut zur Lücke und das klare Setzen von Prioritäten sind dagegen völlig in Ordnung.
  • Wenn du merkst, dass in der Lerngruppe mehr herumgealbert als gelernt wird, dann habe den Mut, deine Konsequenzen zu ziehen.

Noch ein abschließender kleiner Tipp:
Wenn du nachts keine Ruhe und keinen Schlaf findest, kann ja mal vorkommen, dann setz dich an deinen Schreibtisch und schreibe auf, was dich so bewegt, worüber du dir Sorgen machst und wo der Schuh drückt. So fließen deine Sorgen gleichsam aus deiner Hand auf das Papier, wo sie erst mal zwischengespeichert sind. Nun braucht dein Kopf nicht mehr weiter darüber nachdenken und lässt dich bald schlafen wie ein Baby.