Treibhauswelt

Treibhausgase sind nicht neu und bevor der Treibhauseffekt zu einer ökologischen Gefahr des 20. Jahrhunderts wurde, war er für das Leben auf der Erde stets positiv. Diese Gase helfen der Atmosphäre, die Wärme zurückzuhalten. Ohne sie würden die Sonnenstrahlen von der Erdoberfläche zurück ins All reflektiert werden – was unseren Planeten zu einem ziemlich kühlen Ort werden ließe.

Die ersten Treibhausgase waren Kohlendioxid und Wasserdampf, die von Vulkanen vor vier Milliarden Jahren produziert wurden. Das neueste ist eine Erfindung des Menschen: Fluorchlorkohlenwasserstoffe, die in Aerosolen zum Einsatz kommen. Treibhausgase fangen die Wärme ein, nachdem sie die Erdoberfläche verlassen hat. Diese Energie stammt ursprünglich von der Sonne. Wenn der Boden das Sonnenlicht absorbiert, wärmt er sich auf und sendet Strahlen aus. Sonnenenergie kommt in Form von sichtbaren Lichtwellen an, die Reaktion der Erde erfolgt jedoch in Hitzewellen. Treibhausmoleküle wirken als atmosphärische Schranken – sie lassen das Sonnenlicht hindurch, aber keine Hitzewellen.

Dadurch steigt die Durchschnittstemperatur um rund 15°C an. Ohne diesen Effekt wäre ein großer Teil der Erde permanent gefroren und selbst an einem heißen Sommertag würden die Temperaturen kaum über -7,5°C reichen. Aber es kann auch zuviel des Guten sein und es ist nicht das erste Mal, dass es in unserem Treibhaus zu heiß zu werden droht, um darin noch angenehm leben zu können.

Nach Ansicht mancher Wissenschaftler könnte ein erhöhter Treibhauseffekt zu Massensterben beigetragen haben. Manche dieser Ereignisse stehen mit Perioden starker Vulkantätigkeit in Verbindung, zu deren Begleiterscheinungen gewaltige Emissionen von Treibhausgasen gehören. Geringe Niveauveränderungen der Treibhausgase werden durch biologische und geologische Prozesse absorbiert. So wird Kohlendioxid von Wasser aufgelöst und als Kalkstein abgelagert, während größere Kohlendioxidmengen als Kohlenstoff in den fossilen Resten von Meereslebewesen „begraben“ sind. Diese Systeme kollabieren jedoch bei einem raschen Ausstoß großer Mengen von Treibhausgasen, weshalb intensive Vulkantätigkeit zu einem Hitzeschock führen könnte.
Heute sind nicht die vulkanischen Gase, sondern die Verschmutzungen durch Abgase aus Industrie und Haushalten das Problem. Durch menschliche Aktivitäten wurde in nur zwei Jahrhunderten ein großer Teil des in diesen fossilen Brennstoffen gelagerten Kohlenstoffs freigesetzt.
Das Ergebnis ist ein globaler Temperaturanstieg. Neben einem teilweisen Abschmelzen der Polkappen könnte selbst ein geringer Anstieg des Treibhauseffekts die verschiedensten Auswirkungen haben – von starken Hurrikans bis zu Veränderungen bei Niederschlägen. Positiv betrachtet, könnte die globale Erwärmung den Beginn der nächsten Eiszeit hinauszögern. Das Problem bei allen Vorhersagen ist jedoch, dass das Wetter eigentlich nicht vorhersagbar ist.

Perspektiven

Im späten 24. Jahrhundert liegen die Temperaturen in der Treibhaus-Welt 4,5°C höher als 500 Jahre vorher. Der ständig steigende Meeresspiegel bedroht die riesigen Schutzdämme, die man vor den Küsten gegen die Fluten angelegt hat. Trockenes Land ist rar geworden und viele Menschen sind gezwungen in 300-stöckigen Gebäuden zu leben, um den vorhandenen Lebensraum maximal zu nutzen. Die Regierungen der Welt beschließen eine Massenproduktion des Mittels Frostit, ein neues Spray, das Wasser zurück in die geschmolzenen Eiskappen bringen soll.

Frostit verändert die Molekularstruktur des Treibhausgases Kohlendioxid so, dass es keine Wärme mehr absorbiert, aber Pflanzen wachsen und Tiere atmen können. Das Problem ist, dass Frostit jahrhungertelang in der Luft bleibt. Die meisten Menschen glauben jedoch, dass der Kohlendioxidgehalt gar nicht niedrig genug sein kann und Frostit auf die in geringen Mengen vorhandenen Treibhausgase Methan und Fluorchlorkohlenwasserstoff keine Wirkung hat.

Nach der Verteilung von Frostit beginnen sich über den Penthäusern von Exarctica Gletscher zu bilden. In anderen Gegenden beobachten Menschen, wie ihre frühere Heimat wieder aus dem Meer auftaucht.