Für viele Schulabgänger ist die Wahl des richtigen Studienganges die erste große Hürde im Leben. Damit definierst du, wer und was du in der Zukunft sein möchtest und mit welchem Job du für den Rest des Lebens dein Geld verdienen wirst. Richtig? Nein, ganz so dramatisch, wie viele junge Menschen es sehen, ist es zum Glück nicht. Heutzutage ist es nicht mehr so, dass man einen Beruf lernt und ihn bis an das Lebensende durchzieht. Immer mehr Menschen haben Umwege auf dem Lebenslauf zu verzeichnen, probieren sich aus und lernen sogar mehrere Berufe.

Den einen, einzig wahren Studiengang sofort finden zu müssen, ist also nicht nötig. Dennoch muss die Frage „Was soll ich studieren?“ natürlich erst einmal beantwortet werden.

Persönliche Vorlieben vs. Karrierechancen

Bei der eigenen Studienwahl sollten viele Faktoren mitspielen, welche jedoch wie schwer wiegen, kommt auf die individuellen Werte an. Wem es wichtiger ist, persönliche Erfüllung im Beruf zu finden, der sollte sich vor allem an den eigenen Interessen orientieren. Wer jedoch vor allem viel Geld verdienen und auf der Karriereleiter aufsteigen möchte, wählt besser einen Studiengang, der in der Wirtschaft gebraucht wird. Auf die Frage, was die besten Studiengänge sind, gibt es keine Pauschalantwort, die für jeden Studienanfänger passt. Die Werte des einen Studenten können genau das Gegenteil sein von den Werten eines anderen. Zum Glück sind die möglichen Studiengänge so unterschiedlich und vielfältig wie diese Menschen.

Am besten fertigst du dir eine Liste aller Möglichkeiten an, die interessant sein könnten. Dann bewertest du sie nach Pro- und Kontra, also was jeweils für diesen Studiengang spricht und was dagegen. Wer sich dann immer noch unsicher ist, kann sich auch beim Arbeitsamt beraten lassen. Berufsberatung gibt es nämlich nicht nur für Ausbildungsberufe, sondern auch für Studienberufe.

Studiengang wechseln

Und was ist, wenn man sich falsch entscheidet? Viele Studenten haben nach den ersten 1-2 Semestern das Gefühl, im falschen Studium festzusitzen. Sie hatten sich das Studium anders vorgestellt oder sich mit ihren eigenen Vorlieben und Talenten verschätzt. Dann gilt es, keine Lebenszeit zu verschwenden und weiter zu suchen. Studiengänge zu wechseln ist keine Schande und zeugt nur von guter Selbstreflexion und der Fähigkeit, Probleme zu erkennen und selbstständig zu lösen. Es wäre schlimmer, ein Studium aus Prinzip durchzuziehen, wenn du schon weißt, dass du den Beruf sowieso niemals ausüben möchtest. Die Zeit, das Geld und die Energie ist viel besser investiert in das letztendliche Wunsch-Studium.

Rechtzeitig schnuppern und ausprobieren

Wer sich das Hin und Her gern ersparen möchte und sich gleich sicher sein will, der sollte so früh wie möglich mit dem Testen beginnen: Schon während der Schulzeit Praktika in verschiedenen Berufen machen und als Gast Vorlesungen besuchen. Mit Studenten möglicher Studiengänge ins Gespräch kommen und alles fragen, was man wissen möchte. Nur durch Ausprobieren und Erleben lässt sich sicher sagen, wie ein bestimmtes Studium und am Ende ein bestimmter Beruf tatsächlich ist und wie gut du selbst hinein passt. Und so besteht die gute Chance, dass das Studium eine der besten Zeiten deines Lebens wird!