Wenn die Menschen im heißen Sommern in Büroräumen schwitzen, sehnt sich so mancher nach einer funktionierenden Klimaanlage. In der Tat ist anzunehmen, dass mit der Häufung von Hitzeperioden, die der allgemeinen Klimaerwärmung zugeschrieben werden, die Verwendung technischer Kühlgeräte zunimmt. Das ist nicht nur kontraproduktiv in Bezug auf den Energieverbrauch und die dadurch möglicherweise bedingte Erhöhung des CO2-Ausstoßes. Auch das Kältemittel, das einen erheblichen Effekt auf das Klima hat, sollte man dabei im Auge behalten.

Klimaschädliche Kältemittel

Kältemittel sind ja nun eigentlich in den Kühlaggregaten von Klimaanlagen, Gefriertruhen, Kühltransportern und anderen Kühlanlagen eingeschlossen. Allerdings sind diese in der Regel nicht ganz dicht. Vor allem beim Transport, bei der Wartung und natürlich bei der Entsorgung dieser Anlagen entweicht meistens Kühlmittel in die Atmosphäre. Dort wirkt es als Treibhausgas.

Im Jahr 1987 unterzeichnete die europäische Gemeinschaft zusammen mit vielen anderen Staaten das Montreal-Protokoll zum Schutz des Klimas und der Ozonschicht. Darin verpflichteten sich die Unterzeichner, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die zum Kühlen, aber auch in Spraydosen verwendet wurden, weitgehend abzuschaffen. Laut Umweltbundesamt ist FCKW ein sehr schädliches Treibhausgas, welches das „Klima bis zu 14.000-fach stärker aufheizt als Kohlendioxid (CO2)“. Tatsächlich konnte durch diese Übereinkunft der Schwund der Ozonschicht aufgehalten werden. Inzwischen sind hauptsächlich teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW), die zwar die Ozonschicht schonen und weniger klimaschädlich als die FCKWs wirken, im Einsatz. Durch den sich abzeichnenden immer häufigeren Einsatz von technischer Kühlung wird aber die klimaschonende Wirkung wieder zunichte gemacht. Außerdem ist HFKW immer noch um ein Vielfaches klimaschädigender als CO2. Laut EU-Verordnung soll die Verwendung von HFKW daher bis zum Jahr 2030 verringert werden (Kigali-Vereinbarung). Inzwischen hat das Ausmaß der Klimaschädigung durch Kühlmittel nämlich fast schon wieder das Ausmaß erreicht wie vor etwas mehr als 30 Jahren.

Das Klima retten mit CO2?

Ganz so einfach ist es nicht – aber tatsächlich kann Kohlenstoffdioxid als Kältemittel genutzt werden und damit den Treibhauseffekt, der durch Kühlanlagen verursacht wird, deutlich reduzieren. CO2 besitzt einen GWP-Wert (Global Warming Potential) von 1. Für FKWs und HFKWs liegt der Wert zwischen 4400 und 14800 (Quelle: Schweizerisches Bundesamt für Umwelt)! Es gibt Firmen, welche die nützlichen thermophysikalischen Eigenschaften des Kohlenstoffdioxids längst nutzen. Das Gas besitzt einen guten Wärmeübertragungskoeffizient. Außerdem ist der Wirkungsgrad bei der Verdichtung höher. Das spart Energie. Auch Supermarktketten setzen bereits CO2-Kälteanlagen oder Propan als Kältemittel ein (GWP-Wert 3).

Ein schnellerer Ersatz der schädlichen Klimagase in Kühlanlagen durch CO2 könnte also dazu beitragen, das festgelegte Klimaziel doch noch zu erreichen.