Schon im 19. Jahrhundert kam die Idee auf Pflanzen im Weltraum anzubauen und in den 1980er Jahren wurden die ersten dahingehenden Experimente unternommen. Bereits zu Beginn wurden erstaunliche Erfolge verzeichnet. Jetzt planen Wissenschaftler Pflanzen der Española Chili auf die Internationale Raumstation zu senden.

Eine kurze Geschichte der Weltraumpflanzen

Seit 1982 bauen Astro- und Kosmonauten erfolgreich Pflanzen im Weltall an. Damals entwickelte die Crew der sowjetischen Raumstation Saljut 7 ein System, um Schaumkresse innerhalb eines Gewächshauses heranzuziehen.

Russische Astronauten essen schon seit dem Jahr 2003 ihre eigenen Weltraumerzeugnisse, doch in Amerika folgte der Durchbruch erst 2015.

Im Jahr darauf erblühte eine orangene Zinnie als erste Blume im Weltall, nachdem dieses Experiment anfangs mehrere Male fehlgeschlagen war.
2018 wurde das, 2017 entwickelte, Pflanzenwachstumssystem Advanced Plant Habitat (kurz: APH) auf der Internationalen Raumstation installiert. Dieses System funktioniert nahezu autark und soll beim Heranziehen frischen Gemüses behilflich sein.

Ausgenommen von Bohnen wurden zuvor jedoch noch nie fruchttragende Pflanzen an Bord einer Raumstation kultiviert. Dies liegt hauptsächlich daran, dass sich das komplexe Wurzelsystem dieser Pflanzen stark an der Erdanziehungskraft orientiert.

Nach einigen Versuchen gelang es den Astronauten schließlich durch den Einsatz besonderer Lichtquellen und innovativer Techniken, mehrere verschiedene Sorten anzubauen.

Wieso Chilis?

Da sich die Geschmacksnerven im All stark zurückbilden, haben Astronauten schon des Öfteren, um geschmacksstärkeres und schärferes Essen gebeten. Aus demselben Grund erfanden ein paar brasilianische Schüler einen Chilikaugummi, der imstande ist die Geschmackswahrnehmung wieder zu aktivieren. Dafür wurden sie von der NASA mit dem Champion’s Award ausgezeichnet.

Des Weiteren sind viele Paprikasorten reich an Vitamin C, welches sehr wichtig ist für die Ernährung von Astronauten im Weltall.

Die Española Chili wächst in höheren Regionen, hat eine kurze Wachstumsphase und ist leicht zu bestäuben. Außerdem zeichnet sie sich durch ihre hohe Produktivität aus. All diese Eigenschaften führten letztendlich zu der Wahl dieser Pflanze.

Die Zukunft der Weltalllandwirtschaft

Astronauten sollen in möglichst naher Zukunft durch diese Erfolge von einer abwechslungsreicheren und gesunden Ernährung profitieren, -insbesondere bei Reisen über längere Distanz. Die angebauten Lebensmittel sollen als Ergänzung zu der üblichen Trinknahrung fungieren, um nötige Nährstoffe zu liefern.

Die NASA sieht das Anbauen von weiteren Nutzpflanzen im All als Schlüssel zu ihrem Marsbesiedlungsprogramm, da erst, wenn eigenständig Nahrung produziert werden kann, ein Überleben in vollständiger Isolation möglich ist.