Trotz beinahe zwei Jahren Verhandlungen zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich sind die Chancen hoch, dass die Briten am Ende mit einem sogenannten No-Deal Szenario aus der EU ausscheiden werden.

Das würde auch bedeuten, dass mit einem Mal viele internationale Abkommen und Institutionen ihre Leistungen nicht mehr anbieten können. Während es in der Politik vor allem um die großen Fragen geht, sind unter Umständen auch Studenten von dem politischen Kurs auf der Insel betroffen.

Wie sieht es mit den Chancen für das beliebte Studium in England, Schottland und Wales aus? 

Erasmus-Studenten stehen unsicher vor der Zukunft 

Die EU hat bereits darauf reagiert, dass natürlich auch britische Studenten von dem ungeplanten Exit der Briten betroffen sein würden. Selbst in einem No-Deal Szenario würden diese ihr Studium in Europa beenden können. Das hat die europäische Komission bereits Ende Januar beschlossen. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass bereits bestehende Erasmus-Austauschstudenten ihr Studium ganz normal zum Ende führen können, ohne dass sie sich davor fürchten müssen, vor Problemen mit ihrem Studium zu stehen. Wie es allerdings in der Zukunft mit neuen Maßnahmen in diese Richtung aussieht ist bisher ungeklärt. Das könnte auch daran liegen, dass es vermutlich größere Fragen gibt, die in diesen unsicheren Zeiten beantwortet werden müssen. 

Während für die Briten die Zukunft für ihr Studium in Europa einigermaßen gesichert ist, sieht es für deutsche aber auch andere europäische Studenten in Großbritannien nicht so gut aus. Zwar sind auch hier die Erasmus-Studenten weiterhin durch die Absicherung der EU geschützt, dafür gibt es andere Unsicherheiten, die sich vor allem mit dem Aufenthalt und der Berechtigung zu Arbeiten beschäftigen. So werden zum Beispiel die Visa für ein Studium zwar weiterhin vergeben, aber in einem No-Deal nicht mehr automatisch mit der Berechtigung zur Arbeit auf der Insel verknüpft. Viele Studenten könnten am 29. März von einem Tag auf den anderen also für ihren Arbeitgeber zu einer Belastung werden. 

Dazu kommt, dass die Staaten der EU künftig als Drittstaaten angesehen werden würden. Somit würden die Universitäten nicht mehr an den großzügigen Fördertöpfen der europäischen Union hängen. Diese haben bisher garantiert, dass Studenten aus Europa an den britischen Universitäten mit sehr geringen bis hin zu gar keinen Gebühren studieren konnten. Wer etwa aus Norwegen oder der Schweiz an die britischen Unis gehen wollte, musste mitunter sehr hohe „international fees“ für ein Studium in Großbritannien zahlen. Das könnte nun auch auf Studenten aus der EU zukommen. 

Alles in allem gibt es also noch große Unsicherheiten. Auch Studenten und vor allem jene, die vielleicht in den nächsten Jahren in Großbritannien studieren möchte, müssen beobachten, wie es sich mit der Entwicklung verhält. Vielleicht gelingt am Ende doch noch eine Einigung zwischen der EU und dem UK. Darauf verlassen sollte man sich aber nicht – und entsprechende Vorkehrungen für den eigenen Alltag und das mögliche Studium in den Ländern des Vereinigten Königreichs treffen.