Von Berlin über Kopenhagen bis London und New York.Wissenschaftliche Tagungen sind die vielleicht beste Gelegenheit, während des Semesters etwas von der Welt zu sehen, ohne dass deine Dozenten Einwände erheben. Doch auch wenn es sich „nur“ um eine Tagung an deinem eigenen Institut handelt, solltest du mindestens einmal im Verlauf deines Studiums die Gelegenheit nutzen, an einer solchen Veranstaltung teilzunehmen. Neben spannenden Vorträgen und Workshops bieten dir Fachtagungen nämlich drei große Vorteile für deinen weiteren Weg in Studium und Beruf.

1. Du kannst sie als Referenzen nutzen.

Gehst du nicht nur als Teilnehmer auf die Tagung, sondern hältst auch selbst einen Vortrag, gewinnst du eine Referenz für deinen Lebenslauf, die beileibe nicht jeder Absolvent vorzuweisen hat. Zugegeben, das klingt für Studierende im ersten Moment vielleicht ein bisschen groß gedacht, ist es aber nicht: Für die meisten Tagungen können auch Studierende gern ein Abstract für einen Vortrag einreichen. Darüber, ob du tatsächlich ins Programm aufgenommen wirst, entscheiden dann deine fachliche Expertise und dein Geschick im Verfassen deines Abstracts. Je kleiner die Veranstaltung, desto besser stehen deine Chancen, da die Organisatoren sich gerade bei Tagungen in eher kleinen Fachbereichen gewöhnlich über jeden neuen Programmpunkt freuen. Und ganz ehrlich: Wirklich anders als ein die Seminarsitzung füllendes Referat mit anschließender Diskussionsrunde laufen auch die Vorträge auf Tagungen nicht ab – trau dich einfach!

2. Sie geben dir Orientierung für das Leben nach dem Studium.

Du bist dir noch nicht sicher, wohin es nach dem Studium gehen soll? Du würdest gern ein Praktikum machen – und zwar in einem Unternehmen, in dem du nicht zum Kaffeekochen abgestellt wirst, sondern deine Kompetenzen vom ersten Tag an unter Beweis stellen kannst? Dann geh auf eine wissenschaftliche Tagung aus deinem Fachbereich und schau dir die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an: Die allermeisten von ihnen haben etwas Ähnliches studiert wie du. Was machen sie jetzt? Schnapp dir am besten im Vorfeld das Tagungsprogramm und schau, ob darin kurze Lebensläufe der Vortragenden abgedruckt sind. Wenn nicht, dann investiere ein bisschen Zeit in Recherche: Wer hat was studiert und arbeitet jetzt wo? Besuche die Vorträge und Workshops aller Referenten, die dich interessieren, und nutze die Gelegenheit, dich beim Kaffee, beim Stehempfang oder einfach auf dem Weg zur nächsten Veranstaltung mit ihnen und den anderen Teilnehmern zu unterhalten.

3. Als Gelegenheit für Networking sind sie unschlagbar.

Wenn du auf einer Tagung das Gespräch suchst, kannst und solltest du natürlich nicht nur Berufsorientierung betreiben. Immerhin ist das deine Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen! Wenn dich die Branche interessiert, in der jemand arbeitet – dann erkundige nach Tipps und Tricks zum Einstieg in den Beruf. Und wenn du gerade an einer Arbeit zu einem Thema arbeitest, das mit dem Thema eines Vortrags zusammenpasst, dann bitte den Referenten um Rat bei der Literaturrecherche. Von wertvollen Lektüre-Tipps für die nächste Prüfung bis hin zum Thema deiner Abschlussarbeit kannst du auf Tagungen Inspiration für deine eigene wissenschaftliche Praxis sammeln und vom Know-How der dort versammelten Experten profitieren.

Und wer weiß: Vielleicht lernst du ja während der Kaffeepause deinen künftigen Arbeitgeber kennen. Gerade mit Blick auf die Möglichkeit, auch berufliches Networking zu betreiben, solltest du dir doppelt überlegen, ob du nicht einen eigenen Beitrag einreichen willst. Mit einem Vortrag auf einer Tagung stellst du schließlich sowohl dein fachliches Wissen als auch deine Souveränität in stressigen Situationen unter Beweis. Nicht jeder verfügt über die Kenntnisse und den Mut, um schon als Student eigene Thesen zu vertreten und mit Fachleuten darüber zu diskutieren. Je positiver du hier auffällst, desto leichter wird es dir fallen, Kontakte zu Referenten und Teilnehmern knüpfen, die in deinem Vortragsthema verwandten Bereichen tätig sind .